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Liebe Leserinnen und Leser von Praxis Kommunikation,

alles ist VUKA, mehr denn je: flüchtig, unsicher, komplex, mehrdeutig. Wie meistern wir diese Realität? Das Konzept nennt sich agil, kommt aus der Systemtheorie und verlangt uns auch Mut zum Kontrollverlust ab.

In unserer kommenden Ausgabe berichten Coaches und Trainer über ihre Erfahrungen mit der Veränderung in unserer Arbeitswelt – die uns aktuell stärker betrifft, als wir es uns bei der Planung dieses Themas im vergangenen Jahr vorstellen konnten. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass an vielen Stellen auch ungeplante, spontane Veränderung möglich war und dass es oft gelungen ist, den vielen Unsicherheiten etwas entgegen zu setzen – wir alle sind auf einem Weg des weiteren Lernens!

Herzliche Grüße

Ihr Praxis Kommunikation-Team im Junfermann Verlag

 

 

 
 
 

Abwarten, was kommt

 
 

„Wir glauben, dass wir etwas verändern müssen, wissen aber nicht so genau was.“ – So lauten Anfragen, die unsere Autorin Jennifer Konkol als Beraterin für Veränderungsprozesse bekommt. Dann geht es, wie unsere Autorin in der kommenden Ausgabe unseres Magazins PRAXIS KOMMUNIKATION schreibt, ziemlich ergebnisoffen in die Auftragsklärung. Und am Ende mag der Einstieg in den Prozess klar definiert sein, ansonsten aber wird gemeinsam geschaut, „was sich zeigt und welche Themen wichtig werden“.

Manch ein Berater hat vielleicht schon immer so gearbeitet. Aktuell ist es der Tribut an die vielzitierte VUKA-Welt, die Menschen in allen Bereichen des Arbeitens und zunehmend auch des Privatlebens als schwankend (volatil), unsicher, komplex und mehrdeutig (ambigue) erleben. Diese Erkenntnis stammt von Militärs aus einer Zeit, als der Eiserne Vorhang fiel. Sie fand erst später Eingang in die Lehre von Business und Management. Worauf kommt es in dieser VUKA-Welt an? Welche Erfahrungen machen Trainer und Berater?

Jennifer Konkol beschreibt zum Beispiel die Zumutung, sich im Prozess mit diesen Kunden erlernter Urteile oder Diagnosen zu enthalten, stattdessen abzuwarten, was kommt, und „im eigenen Unbehagen zu verweilen“. Und manchmal, so schreibt sie, passieren „magische Dinge, und zwar an Stellen, wo man es nie vermutet hätte“.


PRAXIS KOMMUNIKATION 3/2020: "Mut zum Kontrollverlust – Im Modus für die VUKA-Welt" erscheint am 30. Juni.

 

 

 
 

Krise als Katalysator

 
 

Das Schulz von Thun Institut, die Dirk Rossmann GmbH und die Perspekto Coaching GmbH bieten kostenfreie Coachings an, um per Video oder Telefon seelische Nöte in Corona-Zeiten zu lindern. An der gemeinsamen Initiative unter dem Motto „Miteinander reden in schwierigen Zeiten“ beteiligen sich gut zwei Dutzend Coaches. Die Idee dazu hatte die Psychologin Kathrin Zach, Coach und Ausbilderin am Schulz von Thun Institut in Hamburg, sowie Mitglied der Institutsleitung.

Wie wird Ihre Initiative angenommen, Frau Zach?
Kathrin Zach: Sehr gut! Den Link haben wir über unseren Newsletter und all unsere Partner, Kunden und Seminarteilnehmer breit publiziert. Am Tag nach dem Start Ende April erhielten wir die ersten 40 Anfragen. Inzwischen haben sich an die 200 Personen bei uns gemeldet und es kommen täglich vier bis sechs weitere dazu.

Wie finden die Ratsuchenden zu Ihnen?
Kathrin Zach: Sie können sich über die eigens dafür entwickelte Online-Plattform mit ihrem Anliegen bei uns melden – https://coronasolidaritaet.schulz-von-thun.de/c/checkin/. Von den 25 beteiligten Coaches übernimmt die Anfrage, wer thematisch gut passt und wer Kapazität hat. Die Klienten bekommen dann automatisch eine Kontakt-Option zugemailt und können bis zu drei Coachings á 45 Minuten in Anspruch nehmen.

Wie kamen Sie auf die Idee?
Kathrin Zach: Von einem Tag auf den anderen brach wegen der Kontaktbeschränkungen am Institut die Arbeit all unserer Coaches und Trainer weg. Da dachte ich, wenn wir schon kein Geld mehr verdienen, sollten wir wenigstens etwas Sinnvolles tun. Beratungsbedarf entstand ja gerade jede Menge! Und unsere Coaches sind hervorragend ausgebildet. Warum nicht Coaching pro bono anbieten? Der nächste Gedanke war: Vielleicht lässt sich so ein Coaching sponsern, so dass unsere Coaches es nicht ganz umsonst machen. Es gibt ja auch Unternehmen, die weiterhin gut verdienen, Drogerien beispielsweise.

So kamen Sie auf Rossmann...
Kathrin Zach: Genau. Ich wusste, dass Friedemann Schulz von Thun und Dirk Rossmann sich kennen, beide verbindet eine humanistische Ausrichtung. Und Dirk Rossmann hat tatsächlich sofort zugesagt. An dem Sponsoring haben sich dann sowohl Friedemann Schulz von Thun als auch Dirk Rossmann beteiligt, so dass die Coaches für Ihre Beratungen ein Honorar bekommen können, allerdings ein reduziertes. So trägt jeder etwas bei.

Und die Perspekto Coaching GmbH?
Kathrin Zach: Die entwickelte mit ihren IT-Experten die Plattform unseres Projektes und ist mit eigenen Coaches beteiligt, die auf arbeitssuchende Klienten spezialisiert sind. Wir bilden seit Jahren Perspekto-Coaches nach den Modellen der Hamburger Kommunikationspsychologie aus. In der Digitalisierung ist uns unser Partner freilich weit voraus und technisch so gut ausgestattet, dass die Kollegen dieses Projekt in relativ kurzer Zeit programmieren konnten. Das war ein Segen!

Wie voll ist der Topf in Ihrem Projekt jetzt, nach einem Monat?
Kathrin Zach: Noch ungefähr halbvoll. Das Programm zeigt uns Ende Mai eine Kapazität von noch ca. 400 weiteren Terminen an.

Welche Erfahrung machen Sie und Ihre Kollegen mit dem Online-Coaching?
Kathrin Zach: Sehr gute! Und dabei waren wir bislang keine Vorreiter der Digitalisierung. Wir hatten nun gar keine andere Wahl, als unsere Arbeit auf online-Formate umzustellen. Dazu haben wir zunächst selbst an Veranstaltungen teilgenommen, viel untereinander ausprobiert und so in kurzer Zeit unglaublich viel gelernt. Ich bin sehr froh, dass viele unserer Kunden und Partner sich auf Online-Beratung und -Seminare einlassen. Und gleichzeitig freue ich mich natürlich auch auf die Zeit, in der ich meinen Klienten und Teilnehmern wieder persönlich begegnen kann.

Foto: Andreas Weiss

 

 

 
 

Handbuch für alle Mediatoren

 
 

Aktives Zuhören, Umgang mit Widerständen, Harvard-Konzept – die Tools der Mediation sind in den zurückliegenden Jahren immer attraktiver geworden, nicht nur für die Akteure im Business. Das Mediationsgesetz, das in Deutschland seit 2012 eine EU-Richtlinie umsetzt, gab der Publizität der Mediation einen entscheidenden Schub.

Seitdem auch die Zertifizierungsverordnung für Mediatoren in Kraft ist, gelten für ihre Qualifikation einheitliche Standards. Isabell Lütkehaus und Izabella Pach beschreiben im Hauptteil ihres Buches übersichtlich und kompakt sämtliche in der Zertifizierungsverordnung umrissenen Lehrinhalte. Sie haben damit ein Kompendium vorgelegt, das Grundlagen, Phasen, Kommunikationsmodelle und -techniken sowie Vorgehensweisen vorstellt, die allesamt für eine gelingende Mediation sorgen. Das reicht von psychologischen Fragen wie der Unterscheidung zwischen echten Emotionen und Pseudoemotionen bis zur Rolle des Rechts in der Mediation. Das macht das Buch unentbehrlich für alle, die sich mit diesen Dingen befasst sind, gleichviel ob sie eine Mediations-Ausbildung anstreben, gerade absolvieren oder bereits abgeschlossen haben. Und im letzten Kapitel finden Ausbildungsanbieter Informationen für die didaktische und methodische Umsetzung in ihren Curricula.

Isabell Lütkehaus, Izabella Pach: Basiswissen Mediation. Handbuch für Praxis und Ausbildung. Metzner Verlag 2019, 39,99 €

 

 

 
 

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