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Liebe Leserinnen und Leser von Praxis Kommunikation,

moderne Menschen überlassen nur noch wenig dem Zufall – das Prüfungsergebnis, den Top-Job, die richtigen Freunde...

Und dann kommt ein Ereignis, das alles auf den Kopf stellt, das Schicksal "schlägt zu". Meist spüren wir dann eine enorme Machtlosigkeit. Unsere ganze Organisation hilft uns nicht mehr, wir müssen uns "schicken", uns fügen – und versuchen, den Schlag zu überwinden. In der kommenden Ausgabe von PRAXIS KOMMUNIKATION haben wir unsere Autorinnen und Autoren gefragt, was uns bei Krisen, Krankheiten und Katastrophen wirklich weiterhilft.

Die Ausgabe "Eine Frage des Karmas" erscheint am 31. August 2020.

Herzliche Grüße

Ihr Praxis Kommunikation-Team im Junfermann Verlag

 

 

 
 
 

Kämpfen oder kapitulieren

 
 

"Im Schicksalsschlag können wir mittels der letzten Kraftreserven versuchen, die Kontrolle zu erhalten – oder wir geben auf. Kämpfen oder kapitulieren. Müssen wir in den Kampf ziehen, um Frieden zu finden – oder müssen wir unseren Frieden damit machen, um nicht länger zu kämpfen?"

Harald Berenfänger erzählt die Geschichte seiner akuten Erkrankung und welche Erkenntnisse er für seine Arbeit als Coach daraus gewonnen hat. Unter anderem diese hier: "Wem der Zufall Hartes zumutet, der muss sich sich selbst und anderen zumuten dürfen in seiner Hilflosigkeit und Scham, in seiner Verzweiflung und in seiner Hybris, in seiner Angst und in seiner Verblendung. Das muss der Begleiter halten können. Halten, nicht aushalten. In unserer Kultur befindet sich das Sterben, Trauern, Sich-Ergeben immer ein bisschen abseits vom eigentlichen Leben. So, als gehörte es nicht dazu. Doch es sind Aspekte des Lebens."

 

PRAXIS KOMMUNIKATION 4/2020: "Eine Frage des Karmas - Vom Umgang mit dem Schicksal" erscheint am 31. August.

 

 

 

 
 

Ressourcen, Möglichkeiten, Kompetenzen

 
 

Prof. Dr. Rainer Sachse ist Verhaltens- und Gesprächspsychotherapeut und Direktor des Instituts für Psychologische Psychotherapie in Bochum. In seinem aktuellen Buch definiert er neun verschiedene Persönlichkeitsstile und und erklärt, welche vorrangigen Eigenschaften diese ausmachen. Wir haben ihn gefragt, inwiefern dieses Wissen auch im Coaching hilfreich ist.

 

Herr Sachse, als Coach hat man es ja gelegentlich auch mit „schwierigen“ Klienten zu tun. Inwiefern ist das Wissen um die verschiedenen Persönlichkeitsstile im Coaching hilfreich?
Es ist sehr wichtig, denn die Coachees bereiten den Coaches ebenfalls die für persönlichkeitsgestörte Personen typischen Interaktionsprobleme, Images, Appelle, mangelnde Änderungsmotivation, wenig Einsicht in die eigene Verursachung von Problemen usw. Um damit angemessen umzugehen, ist es auch für einen Coach sehr hilfreich, diese Probleme zu kennen und zu erkennen.

Kann der Persönlichkeitsstil eines Coaches eine Ressource sein? Oder ist er eher ein Hindernis?
Ja, wenn der Coach seinen Stil selbst gut kennt und ihn kontrollieren kann: Dann kann er seine eigenen Aspekte zum Verstehen des Coachees nutzen. Falls der Coach jedoch seine Stile nicht kennt und diese ihn dominieren, können diese stark mit seiner Verarbeitung und seinem Handeln interferieren.

Kann ich als Coach im Umgang mit Klienten meinen eigenen Persönlichkeitsstil auch unterdrücken?
Unterdrücken kann man seinen Stil ohnehin nicht, jedenfalls nicht lange. Der Coach sollte authentisch sein, also, wenn er einen narzisstischen Stil hat, ihn auch zeigen lernen, offen damit umgehen und deutlich machen, dass das für ihn ok ist. Voraussetzung dafür ist allerdings Punkt 2!

Wo liegt der Unterschied zwischen Persönlichkeitsstil und Persönlichkeitsstörung?
Der Unterschied ist graduell, nicht inhaltlich. Bei einem Stil hat die Person die Aspekte (zumindest z. T.) unter Kontrolle und kann auch authentisch handeln. Bei einer Störung kontrolliert diese die Person. Das Problem ist meist, dass man Personen mit Störung kaum motivieren kann, sich und ihr Handeln nachhaltig zu ändern. Sollte ein Coach das feststellen, sollte er zu einer Psychotherapie raten.

 

Zum Weiterlesen:
Rainer Sachse: Persönlichkeitsstile. Junfermann, Paderborn 2019

 

 

 

 
 

Schritte aus der Komfortzone

 
 

„Warum Glück keine Glückssache ist“ - zugegeben, ich bin bei einem solchen Titel zunächst mal skeptisch. Ich habe sofort die Worte einer Freundin im Ohr, die sich vom Schicksal gerade sehr gebeutelt fühlt: „Glück – das haben doch immer nur die anderen!“ So denken wir oft: Glück ist etwas, das einem in den Schoß fällt, wenn man es gerade nicht erwartet. Ein flüchtiger Moment, in dem alles vollkommen scheint. Für viele Menschen ist Glück auch gleichbedeutend mit „viel Geld“. Und auf jeden Fall ist es ungerecht verteilt!

Gill Hasson definiert Glück als „langfristiges allgemeines Wohlbefinden, Zufriedenheit“. In ihrem handlichen kleinen Ratgeber beschreibt die Autorin einen Weg zu mehr persönlicher Freiheit und Zufriedenheit und räumt mit so einigen Glaubenssätzen auf, die unserem Glücksempfinden in Wege stehen („Ich habe es nicht verdient, glücklich zu sein“, Ich kann nicht vergeben“ …).

Anschließend beleuchtet Hasson verschiedene Lebensbereiche wie Ziele und Werte, Arbeit und Beruf, Finanzen, Wohnen, Gesundheit, Familie, Freundschaften, Hobbys und Ehrenamt und zeigt anhand konkreter Fallgeschichten und Übungen, wie es uns gelingt, unsere Vorstellungen vom Leben Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu braucht es Mut zur Veränderung und den Willen, die Komfortzone zu verlassen und erste (kleine) Schritte zu gehen. Auch der Umgang mit Schwierigkeiten und Rückschlägen wird thematisiert – und nicht zuletzt die Frage, wie wir andere Menschen glücklicher machen können.

Gill Hasson schreibt leicht verständlich, in einem wohlwollenden, wertschätzenden Duktus und spricht ihre Leserschaft direkt an. An jedem Kapitelende werden die wichtigsten Aussagen in einem Überblick zusammengefasst. „Glücksgewohnheiten“ – kleine Impulse, um Veränderungen im Alltag zu etablieren, sind in Kästen im Text dargestellt und können immer mal wieder schnell nachgelesen werden. Diese Impulse kann man auch hervorragend an Coachees weitergeben! Mir gefällt besonders der hohe Praxisnutzen, man kann einige der Tipps sofort umsetzen. Auch dann, wenn man „eigentlich ganz zufrieden“ ist – eine kleine Steigerung geht immer.

Übrigens ist das Buch mit der hübschen japanischen Winkekatze auf dem Umschlag auch ein schönes Geschenk. Ich weiß schon, wem ich es weitergebe …

Simone Scheinert

Gill Hasson: Warum Glück keine Glückssache ist. Junfermann Verlag 2020, 16 €

 

 

 
 

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Geschäftsführer: Dr. Stephan Dietrich, Dr. Andreas Falkinger
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USt.-ID: DE280516097