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Leahy, Robert L.
Techniken kognitiver Therapie
Ein Handbuch für Praktiker
Originaltitel: Cognitive Therapy Techniques

1. Auflage, 2007.05.22
448 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-661-2
ISBN 13: 978-3-87387-661-3

39,50 EUR
Dieses Buch ist ein unverzichtbarer Begleiter für alle kognitiven Therapeuten, denn es enthält eine Fülle nützlicher Werkzeuge und Interventionen, die das Repertoire angehender wie auch erfahrener kognitiv orientierter Therapeuten erheblich erweitern werden. Dem Autor war es wichtig, neben bewährten therapeutischen Interventionen auch solche zu beschreiben, die in jüngerer Zeit entwickelt, verfeinert und getestet wurden und nun für die Arbeit mit Klienten zur Verfügung stehen. Denn ein faszinierender Aspekt der kognitiven Therapie ist gerade der, dass ständig neue Techniken, Strategien und Verständnisweisen entwickelt werden. Alle diese Techniken werden von Robert L. Leahy in dem für ihn charakteristischen gut verständlichen Stil sorgfältig beschrieben und mit anschaulichen Fallbeispielen illustriert. Das Buch enthält über 80 Formblätter und Handouts für die Arbeit mit Klienten.



Inhalt

Gedanken und Annahmen elizitieren
Gedanken einschätzen und hinterfragen
Einschätzen von Annahmen und Regeln
Sorgen einschätzen
Informationsverarbeitung und logische Irrtümer
Die Dinge verhältnismäßig darstellen
Schemafokussierte Therapie
Techniken der Emotionsverarbeitung
Untersuchen und Hinterfragen kognitiver Verzerrungen
Modifizieren des Bedürfnisses nach Bestätigung
Therapeutische Arbeit an einer übertrieben selbstkritischen Haltung
Einige Bemerkungen zum Schluß

Liste der 80 Techniken
1. Erklären, wie Gedanken Gefühle erzeugen
2. Gedanken von Tatsachen unterscheiden
3. Die Stärke der Emotion und die Stärke der Überzeugung in einem Gedanken einschätzen
4. Nach Veränderungen der Stärke einer Überzeugung suchen
5. Kategorisieren der Verzerrung des Denkens
6. Vertikaler Pfeil
7. Subjektive Einschätzung der Wahrscheinlichkeit (Zuschreibung von Wahrscheinlichkeiten)
8. Den negativen Gedanken erraten
9. Die Begriffe definieren (semantische Technik)
10. Kosten-Nutzen-Analyse
11. Untersuchen der vorliegenden Beweise
12. Untersuchen der Qualität der Beweise
13. Verteidiger in eigener Sache
14. Darstellung beider Seiten eines Gedankens im Rollenspiel
15. Verhaltensweisen von Personen unterscheiden
16. Untersuchen von Varianten des Verhaltens in verschiedenartigen Situationen
17. Den negativen Gedanken durch Verhalten auflösen
18. Identifizieren der zugrundeliegenden Annahme oder Regel
19. Die >>Sollte<<-Aussage hinterfragen
20. Identifizieren konditionaler Regeln
21. Untersuchen des Wertesystems (Technik des Zwangs zur Entscheidung)
22. Unterscheiden zwischen Fortschritt und Perfektion
23. Rückschläge nutzen, um aus ihnen zu lernen
24. Entwicklung und Nutzung eines Fallkonzepts
25. Verstärken von Neugier, Bereitschaft zur Auseinandersetzung und innerem Wachstum statt Perfektionsbestrebungen
26. Entwickeln neuer adaptiver Standards und Annahmen
27. Das Grundgesetz
28. Sorgen identifizieren
29. Untersuchen der Kosten und des Nutzens von Sorgen
30. Sorgen in Voraussagen umwandeln
31. Überprüfen negativer Voraussagen
32. Überprüfen früherer Voraussagen und Gedanken
33. Untersuchung des Umgangs mit negativen Ereignissen in der Vergangenheit
34. Aus nicht bestätigten Voraussagen lernen (Standpunkt-Gegenstandpunkt-Technik)
35. Unterscheidung zwischen produktiven und unproduktiven Sorgen
36. Zeit für das Sorgenmachen festlegen
37. Untersuchen, ob der Gedanke überprüfbar ist
38. Sich selbst erfüllende Prophezeiungen
39. Sich mit Ungewißheit überfluten
40. Zeitmaschine (auf den Patienten selbst bezogen)
41. Zeitmaschine (auf andere Menschen bezogen)
42. Probleme negieren
43. Überflutung mit einer gefürchteten Phantasievorstellung
44. Akzeptieren
45. Beschränkte Suche
46. Ignorieren der Basiswerte
47. Untersuchen der Logik
48. Verbinden von Ereignissen, die in keiner realen Beziehung zueinander stehen, und nicht existierende Muster sehen
49. Irreführende Entscheidungsalternativen hinterfragen
50. Ad absurdum führen
51. Emotionale Heuristik
52. Neuheitseffekte
53. Argumentationen, die auf logischen Irrtümern basieren
54. Tortengraphik
55. Skalentechnik
56. Doppelmaßstabstechnik
57. Blick vom Balkon
58. Alternativen entwickeln
59. Einen Nullpunkt für die Beurteilung festlegen
60. Entpolarisieren von Vergleichen
61. Sich anschauen, wie andere Menschen mit ähnlichen Problemen fertig werden
62. Diversifizieren der Kriterien
63. Alles wird weggenommen
64. Untersuchen von Chancen und neuen Bedeutungen, die durch Verluste und Konflikte entstehen
65. Identifizieren von Schemata
66. Erklären der schematischen Verarbeitung
67. Erkennen von Schemakompensation und Schemavermeidung
68. Motivation zur Veränderung des Schemas entwickeln
69. Aktivieren früher Erinnerungen, die der Ursprung von Schemata sind
70. Briefe an den Verursacher des Schemas schreiben
71. Das Schema widerlegen
72. Ihr Leben anhand eines positiveren Schemas untersuchen
73. Den Verursacher des Schemas im Rollenspiel zur Rede stellen
74. Entwickeln eines positiveren Schemas
75. Erschließen von Emotionen
76. Emotionsausdruck durch Niederschrift des Erlebten (ventilation)
77. Identifizieren von Hotspots
78. Identifizieren emotionaler Schemata
79. Die emotionale Verarbeitung verstärken
80. Modifizieren von Vorstellungsbildern: Imagery Rescripting

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Vorwort

Haben Sie die Angewohnheit, bei den meisten - wenn nicht sogar bei allen - Ihrer Patienten die immer gleichen kognitiven Techniken anzuwenden? Haben Sie das Gefühl, mit dem ständigen Gebrauch bewährter >>Tricks<<, ohne daß Sie den Einsatz von Alternativen in Erwägung ziehen, nicht mehr weiterzukommen? Ich nehme an, daß wir alle schon einmal von solchen Gefühlen geplagt wurden. Viele von uns verfangen sich in altvertrauten Mustern und benutzen klinische Taktiken, die in den meisten Fällen - oder auch nur manchmal - ihren Zweck erfüllt haben. Wenn wir uns so verhalten, übersehen wir, daß es ein ganzes Spektrum von Möglichkeiten gibt, die uns zu beträchtlicher Flexibilität verhelfen und für die Genesung unserer Patienten entscheidend sein können.

Ich habe zahlreiche kognitive Therapeuten gefragt: >>Welche Techniken benutzen Sie im allgemeinen?<< Daraufhin werden in der Regel immer wieder die gleichen Techniken genannt: Identifizieren des zugrundeliegenden Gedankens, Einschätzung von Kosten und Nutzen des Gedankens, Überprüfen der Richtigkeit des Gedankens. Diese Techniken gelten zu Recht als bewährt, und ich will Ihnen keinesfalls raten, sie zu verwerfen. Doch wenn Sie nur über ein sehr begrenztes Repertoire an Interventionen verfügen, kann das die therapeutische Arbeit lähmen und sogar zur Folge haben, daß sie im Oberflächlichen steckenbleibt. Schlimmer noch ist, daß unter der Entwicklung zu starrer Gewohnheiten Ihr Enthusiasmus für die Arbeit leiden kann.

Ich habe dieses Buch sowohl für angehende Kliniker geschrieben, die sich nicht auf eine zu kleine Zahl von Techniken fixieren wollen, als auch für erfahrene Kliniker, die in diesem Buch Ideen für die Weiterentwicklung der kognitiven Therapie finden und mit seiner Hilfe Techniken ausprobieren können, die sie bisher nicht kannten.

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Leseprobe

Die kognitive Therapie ist ein Ansatz mit vielen Facetten, und man kann sie nicht auf Fallkonzepte, Behandlungsmodule, empirisch validierte Ansätze, Schemaarbeit oder Widerstandsanalyse reduzieren. Sie ist alle diese Dinge gleichzeitig. Ich bin jedoch der Auffassung, daß es von fundamentaler Bedeutung ist, mit den grundlegenden kognitiven Techniken zu beginnen. Ich möchte an dieser Stelle nochmals wiederholen, daß ich erlebensbasierte Techniken, schemafokussierte Arbeit und Fallkonzepte absolut befürworte, jedoch der Auffassung bin, daß diese erst benutzt werden sollten, nachdem die Techniken zur Anwendung gekommen sind, welche die kognitive Therapie zu einer so wirksamen Methode gemacht haben.

Oft glauben angehende Praktiker der kognitiven Therapie, sie würden gute kognitive Arbeit leisten, wenn sie die Probleme der Patienten >>konzeptualisiert<< oder >>erklärt<< hätten. Die Betreffenden meinen möglicherweise, eine Therapie erfordere die Rekonstruktion einer Lebensgeschichte und die Entwicklung einer Theorie über die Patienten, die ihnen selbst (den Therapeuten) als zufriedenstellend erscheint. Hingegen beinhaltet ein gutes Fallkonzept die Nutzung sowohl der allgemeinen Fallgeschichte als auch das Verständnis der verschiedenen Ebenen kognitiver und emotionaler Verarbeitung, aber auch zahlreiche aktive Interventionen, die der Modifikation negativer automatischer Gedanken, Annahmen, konditionaler Regeln und zentraler Schemata dienen. Die Betonung liegt hier auf dem Wort Interventionen. Die kognitive Therapie mag aufgrund ihrer sokratischen Dialoge bekannt sein, doch ihr Zweck besteht darin, aktiv zu intervenieren und die Selbstwirksamkeit zur Geltung kommen zu lassen. Es geht nich nur um Verstehen, es geht um Veränderung.

Die Techniken, die wir in diesem Buch untersucht haben, sind im Hinblick auf bestimmte Ebenen der Analyse zusammengefaßt dargestellt worden. Beispielsweise ist das Elizitieren und Kategorisieren von Gedanken (das zentrale Thema von Kapitel 1) ein wichtiger Anfangspunkt. Der Therapeut ist gut beraten, eine Systematik der negativen Gedanken und Annahmen zu entwickeln, die für die Entwicklung des Fallkonzepts wichtig sein könnten und die die Überprüfung und eventuelle Widerlegung dieser Gedanken erleichtert. Wie im gesamten vorliegenden Buch wurde immer wieder erwähnt, daß negative Gedanken nicht in jedem Fall Verzerrungen sind, daß einige von ihnen vielmehr durchaus zutreffen. Das Entscheidende ist dabei, die Tendenzen zu erkennen, die die Sicht des Erlebten beeinflussen (z.B. negatives Filtern), sowie übertriebene und verurteilende Deutungen. Perfektionistische und unrealistische Annahmen und Regeln nähren die automatischen Gedanken. Menschen, die glauben, sie müßten perfekt sein oder sie seien Versager, kommen in ihrem Leben oft genug zurecht, bis sie in einem Bereich, in dem sie bisher erfolgreich waren, einen Rückschlag erleben. Dieser löst eine Flut negativer Gedanken aus (z.B.: >>Ich versage immer<< oder: >>Ich bin eine völlige Null<<) und aktiviert das zugrundeliegende Schema (z.B. >>Ich bin ein Verlierer<<).

Mit der basalen Verletzlichkeit, die durch negative kognitive Schemata hervorgerufen wird, sollte sich der Therapeut auch dann noch weiter befassen, wenn es dem Patienten besser geht. Diese negativen Schemata und Annahmen befinden sich in einem Schlummerzustand, bis sie durch schemarelevante Ereignisse aktiviert werden. Selbst wenn Patienten unter Ängsten leiden oder depressiv sind, kann es nützlich sein, von Depression oder Angst bestimmte frühere Perioden zu untersuchen: Welche Trigger gab es in jenen Situationen? Welche automatische Gedanken und Annahmen wurden aktiviert? Welche dysfunktionalen Bewältigungsstile wurden benutzt? Es ist besser, wachsam zu bleiben - den Patienten gegen das Wiederauftreten seiner zentralen Probleme zu immunisieren -, als sich zu beglückwünschen, weil man den Patienten >>geheilt<< hat.

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Autoren Information

Robert L. Leahy, PhD, ist Präsident der International Association for Cognitive Psychotherapy, Gründer und Leiter des American Institute for Cognitive Therapy in New York City und Clinical Associate Professor für Psychologie in der Psychiatrie an der Medical School der Cornell University. Er ist Verfasser oder Herausgeber diverser Bücher zum Thema kognitive Therapie.

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Leserecho

"Ein Schatz an Strategien und Techniken kognitiver Therapie. Das Buch
enthält alle Werkzeuge, die ein Therapeut für effektive Arbeit im Sinne der kognitiven Therapie braucht." - Aaron T. Beck

"Die besten Methoden, die die kognitive Therapie zu bieten hat, werden in diesem klar und überzeugend geschriebenen Buch von einem meisterhaften Therapeuten erläutert. Dr. Leahy bietet uns ein wahres Füllhorn kreativer, innovativer und nützlicher Techniken. Die sehr detaillierten Erklärungen werden sowohl Berufsanfängern als auch erfahrenen Klinikern helfen, ihre Fertigkeiten in der Praxis der kognitiven Therapie zu verbessern." - Jesse H. Wright

"Techniken kognitiver Therapie ist sowohl für angehende Therapeuten als auch für erfahrene Kliniker von großem Wert. Das Buch erläutert ein großes Spektrum therapeutischer Interventionen, enthält klare Beispiele, Arbeitsblätter für die Arbeit mit den Klienten und konkrete Empfehlungen für Hausaufgaben. Das Buch wendet sich an Leser, die mit den Prinzipien und Praktiken der kognitiven Therapie bereits vertraut sind, und es ist eine sinnvolle Ergänzung zu den Grundlagentexten über kognitive Therapie." - James Pretzer

"Leahy beschreibt auf sorgfältige, leserfreundliche Weise spezifische Techniken, liefert für jede beschriebene Intervention eine plausible Begründung, hilft dem Leser, die einzelnen Techniken anzuwenden, führt Beispiele aus der klinischen Praxis an und beschreibt Möglichkeiten zur Lösung potentieller Schwierigkeiten. Kliniker können dem Buch die Interventionen entnehmen, die im Rahmen eines bestimmten Behandlungsplans die größten Erfolgsaussichten bieten ... Ich lehre kognitiv-behaviorale Therapie und werde dieses Buch wahrscheinlich zur Pflichtlektüre für meine Studenten machen." - Arthur Freeman

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Young, Jeffrey E.;Klosko, Janet S.;Weishaar, Marjorie E.
Schematherapie
Ein praxisorientiertes Handbuch

ISBN: 3-87387-578-0

44,00 EUR

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