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Siegel, Daniel J.
Wie wir werden, die wir sind
Neurobiologische Grundlagen subjektiven Erlebens. Die Entwicklung des Menschen in Beziehungen
Originaltitel: The developing mind

2. Auflage, 2010.06.08
416 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-581-0
ISBN 13: 978-3-87387-581-4

39,90 EUR
"Weshalb können wir uns nicht daran erinnern, was wir im Alter von drei Jahren getan haben? Welche biochemischen Auswirkungen haben Demütigungen, und inwiefern können sie sich auf das Gehirn von Kindern schädigend auswirken? Neue und einleuchtende Antworten auf diese Fragen ergeben sich aus Siegels Synthese neurobiologischer, psychologischer und kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse." - Publishers Weekly Dieses Buch überwindet die Nature-Nurture-Dichotomie, durch die unser Denken über die menschliche Entwicklung bisher eingeengt wurde und erforscht den Einfluß zwischenmenschlicher Beziehungen auf den Entstehungsprozeß wichtiger Verbindungen im Gehirn. Daniel J. Siegel präsentiert eine bahnbrechende neuartige Sicht auf die Entstehung des menschlichen Geistes - auf den Prozeß, durch den wir alle zu fühlenden, denkenden und erinnernden Individuen werden. "Dieses großartige Buch verknüpft die Erkenntnisse der Bindungsforschung mit fundiertem biologischen Wissen und erklärt somit die lebenslange Wirkung früher Erlebnisse." - Alicia F. Lieberman



Inhalt

Einleitung: Geist, Gehirn und Erleben

Gedächtnis und Erinnern

Bindung

Emotionen

Repräsentationen: Verarbeitungsmodi und die Konstruktion der Realität

Mentale Zustände: Kohäsion, subjektives Erleben und komplexe Systeme

Selbstregulierung

Interpersonale Verbundenheit

Integration

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Vorwort

Was ist der Geist? Wie entwickelt er sich? Dieses Buch faßt Erkenntnisse verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen zusammen, um die Sichtweise zu untersuchen, daß der Geist an der Schnittstelle zwischen interpersonalem Erleben und der Struktur und Funktion des Gehirns entsteht.
Wie viele Heranwachsende entwickelte auch ich als Teenager eine intellektuelle Passion: Ich war fasziniert von Menschen und von der Natur des Geistes. Nach einer Reise mit verschiedenen Zwischenstationen wurde ich schließlich Psychiater und spezialisierte mich auf die Arbeit mit Kindern und Familien. Im Laufe der Zeit habe ich auf meinem Weg eine große Vielfalt von Menschen und Lebensgeschichten kennengelernt. Aufgrund meiner wissenschaftlichen Ausbildung und meines konkreten Erlebens menschlicher Kämpfe und Schwierigkeiten entwickelte sich in mir der natürliche Drang, den Prozeß der menschlichen Entwicklung zu verstehen - dessen, wie Menschen werden, die sie sind. Zu diesem Zweck informierte ich mich darüber, was aus der Forschung bekannt war, und kam auf diese Weise dem subjektiven Erleben, das im Mittelpunkt des menschlichen Lebens steht, so nahe wie nur möglich. Im vorliegenden Buch habe ich diese Bemühungen um ein Verständnis des Geistes und der menschlichen Entwicklung zusammengefaßt und integriert.

[...]

Das vorliegende Buch kann Menschen in den verschiedensten Bereichen von Nutzen sein. Die darin beschriebenen Prozesse zu verstehen kann Klinikern helfen, ihre Patienten bei der Heilung zu unterstützen. Akademikern könnten interdisziplinäre Darstellungen wie die hier vorgelegten zur Klarheit darüber verhelfen, in welcher Beziehung ihre eigene Arbeit zu völlig anderen Forschungsbereichen steht. Pädagogen können von Erkenntnissen darüber profitieren, inwiefern Emotionen und interpersonale Beziehungen grundlegende motivationale Aspekte für Lernen und Erinnerungsvermögen sind. Spezialisten für Fragen der kindlichen Entwicklung und anderen, die sich um das Wohl von Kindern kümmern, könnte es bei der Entwicklung von wissenschaftlich fundierten Programmen zur optimalen Betreuung von Kindern nützen, zu wissen, wie Kommunikationsformen das sich entwickelnde Gehirn eines Kindes direkt beeinflussen. Auch viele andere Menschen können wichtige Erkenntnisse über Möglichkeiten der Verbesserung ihrer beruflichen und privaten Situation gewinnen, wenn sie etwas darüber erfahren, wie der Geist aus der Stofflichkeit des Gehirns und aus den Prozessen zwischenmenschlicher Beziehungen entsteht. Das interpersonale Erleben formt den Geist auch im Laufe seiner gesamten weiteren Entwicklung, also ein Leben lang. Im vorliegenden Buch geht es darum, wie diese interpersonalen Prozesse stattfinden und wie wir Ideen aus dem Bereich der Neurobiologie nutzen können, um anderen und uns selbst zu helfen, zu wachsen und sich (bzw. uns) zu entwickeln.

In meinem Fachbereich, der Psychiatrie, ist das riesige Gebiet der neurowissenschaftlichen Forschung von einigen als Aufforderung zum >>biologischen Determinismus<< gedeutet worden - zu der Sichtweise, daß psychiatrische Störungen durch biochemische Prozesse entstehen, die meist genetisch determiniert sind und durch Erlebnisse kaum beeinflußt werden. Dieser Empfindung mag als reduktionistisch erscheinen, doch ich würde mir wünschen, daß das Gefühl der Demoralisierung, das viele Lehrer und Studenten im Bereich der Psychiatrie befallen hat, nicht den Eindruck verstärkt, der gesamte Fachbereich verliere zugunsten des Gehirns den Verstand (bzw. den Geist). Bisher nicht sonderlich bekannt ist merkwürdigerweise, daß neueste Erkenntnisse der Neurowissenschaften in Wahrheit auf das genaue Gegenteil deuten: darauf, daß Interaktionen mit der Umgebung, und insbesondere Beziehungen zu anderen Menschen, die Entwicklung von Struktur und Funktion des Gehirns unmittelbar beeinflussen. Es ist nicht notwendig, sich für Gehirn oder Geist, Biologie oder Erleben, Natur oder prägende Kultur (nurture) zu entscheiden. Derartige Unterscheidungen sind nicht von Nutzen und behindern, wenn es um die wichtige und komplexe Thematik der Entwicklung des menschlichen Geistes geht, das klare Denken.

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Leseprobe

Der Entwicklung des Geistes werden rekursive Eigenschaften zugeschrieben. Dies bedeutet, daß das, was der Geist eines Menschen der Welt präsentiert, das Präsentierte verstärken kann. Eine typische Reaktion der Umwelt bzw. der Eltern auf den Verhaltens-Output eines Kindes kann folglich das betreffende Verhalten verstärken. Deshalb spielt das Kind bei der Gestaltung der Erlebnisse, an die sein Geist sich anpassen muß, eine wichtige Rolle. Somit verändert das Verhalten selbst den genetischen Ausdruck, der daraufhin neues Verhalten erzeugt. Letztendlich basieren also Veränderungen in der Organisation der Gehirnfunktion, der Regulierung der Emotionen und des Langzeitgedächtnisses auf Veränderungen der neuronalen Struktur. Diese strukturellen Veränderungen sind der Aktivierung oder Deaktivierung von Genen zuzuschreiben, die Informationen für die Proteinsynthese enkodieren. Erlebnisse, genetischer Ausdruck, mentale Aktivität, Verhalten und die permanenten Interaktionen mit der Umgebung (das Erleben) sind in einem Geflecht von Transaktionsprozessen eng miteinander verbunden. Insofern sind der rekursive Charakter der Entwicklung und die Art, auf die Natur und Kultur, Gene und Erleben zusammenwirken, eng verknüpfte Bestandteile ein und desselben Prozesses.

Genetische Untersuchungen des Verhaltens gelangen häufig zu dem Resultat, daß fünfzig Prozent der gemessenen Persönlichkeitsmerkmale sich auf Vererbung zurückführen lassen; vom größten Teil der übrigen fünfzig Prozent der Variabilität wird angenommen, daß sie auf >>nicht-gemeinsamen<< (>>nonshared<<) Aspekten der Umgebung basieren, beispielsweise auf Erlebnissen in der Schule und auf Peer-Beziehungen. Doch auch Geschwister - und sogar eineiige Zwillinge -, die gleichzeitig von den gleichen Eltern aufgezogen werden, haben eine >>nicht-gemeinsame<< Umgebung, insofern das elterliche Verhalten nicht bei jedem Kind identisch ist. Die Rekursivität der geistigen Entwicklung verstärkt die anfänglichen individuellen Unterschiede und stellt die manchmal bestehende Auffassung, in ein und derselben Familie aufzuwachsen sei eine gemeinsame (statistisch identische) Erfahrung, in Frage. Dies erinnert uns daran, daß die Entwicklungsgeschichte jedes einzelnen Menschen ein unauflösbares Konglomerat dessen ist, wie die Umgebung, zufällige Ereignisse und das Temperament des betreffenden Menschen zur Entstehung von Erlebnissen beitragen, bei denen Anpassung und Lernen rekursiv die Entwicklung des Geistes formen.

Die Bedeutung epigenetischer Faktoren - die Art, wie Erleben unmittelbar den Ausdruck der Gene beeinflußt - gelangt auch in Untersuchungen über den erblichen Aspekt bestimmter psychiatrischer Störungen, beispielsweise Schizophrenie, zum Ausdruck. Bei eineiigen Zwillingen, deren gesamte genetische Information identisch ist, besteht eine Übereinstimmung von unter fünfzig Prozent im Verhaltensausdruck der Krankheit. Dies bedeutet, daß viele Faktoren Einfluß darauf haben, wie ein Genotyp (ein genetisches Muster oder genetische Information) als Phänotyp (als genetische Transkriptionsfunktion, die zur Proteinsynthese und zur äußeren Manifestation in Form von körperlichen Eigenschaften oder Verhaltensmerkmalen führt) zum Ausdruck gelangt.

Dem Gehirn eines kleinen Kindes liefert die soziale Welt die wichtigsten Erlebnisse, die den Ausdruck der Gene beeinflussen, wodurch determiniert wird, wie sich die Neuronen miteinander verbinden, um jene neuronalen Pfade zu schaffen, die geistige Aktivität ermöglichen. Da die Funktion der Pfade durch ihre Struktur bestimmt wird, verändern Abwandlungen im genetischen Ausdruck die Gehirnstruktur und formen den sich entwickelnden Geist. Und die Funktionsweise des Geistes - die auf neuronaler Aktivität basiert - verändert ihrerseits die physiologische Umgebung des Gehirns, was beinhaltet, daß auch sie den genetischen Ausdruck verändern kann. Dies ist deutlich an der Produktion der Kortikosteroide in Reaktion auf Stress zu erkennen, die sich unmittelbar auf die Funktion der Gene auswirkt. So wurde bei Kindern, die von ihrem Temperament her zur Schüchternheit neigen, eine starke physiologische Reaktion sogar auf relativ geringfügige Veränderungen der Umgebung festgestellt. Solche Menschen schaffen sich ihre eigene innere Welt von Reaktionen auf Streß, die die Reaktionen des Gehirns auf neue Reize verstärken. Ebenso kommt es bei einem Kind, das schon früh in seinem Leben traumatisiert wurde, zu einer Veränderung der physiologischen Reaktionsweise, mit der Folge, daß bei ihm schon geringfügige Stressoren starke hormonelle Reaktionen auslösen. Somit kann sowohl konstitutionelle als auch durch Erlebnisse erworbene Reaktivität zur Entstehung neuer physiologischer Eigenarten führen, die die hypervigilante Reaktion langfristig aufrechterhalten. Jerome Kagan und seine Kollegen haben nachgewiesen, daß elterliches Verhalten auf den Verlauf der Entwicklung eines Kindes eine starke Wirkung hat. Aus ihrer Untersuchung geht hervor, daß Eltern, die ihre schüchternen Kinder unterstützten und dazu ermutigten, neue Situationen zu erforschen, es den Kindern in stärkerem Maße ermöglichten, extravertierte Verhaltensweisen zu entwickeln, als Eltern, die ihren Kindern nicht halfen, ihre Ängste zu überwinden. Diese und andere Interventionsstudien haben deutlich gezeigt, daß das elterliche Verhalten sich direkt auf die kindliche Entwicklung auswirkt, selbst wenn man die Bedeutung von signifikanten erblichen Faktoren der physiologischen Reaktivität berücksichtigt. Wir werden im gesamten weiteren Verlauf dieses Buches immer wieder auf die schüchternen und traumatisierten Kinder zurückkommen, um zu veranschaulichen, wie konstitutionelle und erlebensbasierte Variablen bei der menschlichen Entwicklung zusammenwirken.

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Pressestimmen

"Dieses Buch bringt - neben Erkenntnissen über die Funktionsweise des Gehirns - schlüssige Argumente für eine Schwerpunktsetzung im Bereich der emotional-sozialen Entwicklungsförderung." - Unsere Kinder

"Eine gute Zusammenfassung der neuesten Erkenntnisse aus Neurowissenschaft und Bindungsforschung liefert der Psychiatrie-Professor Siegel. Es gelingt ihm, auch dem Laien eine wissenschaftlich fundierte Sicht menschlichen Erlebens zu vermitteln. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, Eltern und Pädagogen ein tieferes Verständnis der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen." - Spielen und lernen

"Dieses Buch erforscht den Einfluss zwischenmenschlicher Beziehungen auf den Entscheidungsprozess wichtiger Verbindungen im Gehirn. Es ist gut aufgebaut und beschreibt leicht lesbar die Gehirnentwicklung, die zerebrale Informationsverarbeitung, die Modelle verschiedener Gedächtnisfunktionen und die Bedeutung der Bindung für die menschliche Entwicklung." - Lebenshilfe Österreich; Bibliotheks-Nachrichten

"Wer wissen möchte, wie unser >>Alltags(er)leben<< entsteht, dem sei dieses gehaltvolle Buch ans Herz gelegt." - Gehirn & Geist

"Trotz seiner entschieden neurobiologischen Grundorientierung vermeidet Siegel den bei vielen seiner Kollegen obwaltenden naturwissenschaftlichen Reduktionismus und stellt seine weitreichenden interdisziplinären Kenntnisse in den Dienst einer überzeugenden Psychologie des Geistes." - Arbeitsgemeinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie

"Dieses Buch hat meine höchsten Erwartungen erfüllt. Statt mit großer Mühe etwas über Neurobiologie zu lernen, vermochte ich die beschriebene Information recht mühelos aufzunehmen, weil (1) der Autor sein Material im Kontext der interpersonalen Beziehungen im allgemeinen und der Behandlungsdyade im Besonderen präsentiert und (2) weil er ein Meister der einleuchtenden Darstellung ist. Es gelingt ihm, den klinischen Nutzen seiner Informationen plausibel zu machen." - American Journal of Psychiatry

"Diese erstaunliche Synthese aus Ergebnissen neurobiologischer Forschung und klinischem Sachverstand könnte der Diskussion über die Geist-Gehirn-Dichotomie für alle Zeiten ein Ende machen. Das Buch ist wundervoll aufgebaut und beschreibt äußerst gut lesbar die Gehirnentwicklung, die zerebrale Informationsverarbeitung, die Modelle verschiedener Gedächtnisfunktionen und die Bedeutung der Bindung für die menschliche Entwicklung. Außerdem erklärt Siegel, wie gesunde Beziehungen und psychotherapeutische Interventionen Menschen eine >zweite Chance< zur Neutralisierung der Wirkung dysfunktionaler Muster und unsicherer früher Bindungen eröffnen können. Das Buch eignet sich für alle im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Neurowissenschaften Tätigen, und es kann Studenten der Medizin und Ärzten in der Ausbildung zum psychiatrischen Facharzt ausgezeichnete Dienste erweisen." - Clarice J. Kestenbaum, MD, Columbia University College of Physicians and Surgeons

"Das Buch ist College-Studenten zu empfehlen, die sich mit Neurobiologie auseinandersetzen wollen. ... Der Autor weist auf entscheidend zur geistigen Gesundheit oder zu Störungen beitragende Faktoren hin, die aus Konflikten zwischen den genetischen Grundlagen und Programmierung des Gehirns resultieren." - The Midwest Book Review

"Dies ist ein bemerkenswertes Buch. ... Man muß schon über einen besonders begabten Intellekt und ein außergewöhnlich breites Spektrum von Interessen und Kenntnissen verfügen, um eine solche integrative tour de force bewältigen zu können. ... Besonders beeindruckend ist, daß Siegel hinsichtlich der bidirektionalen Einflüsse interpersonalen Erlebens und der Entwicklung und Funktion des Gehirns eine komplexe, plausible und zwingende theoretische Synthese gelingt. ... Wie wir werden, die wir sind überwindet kühn jenen Reduktionismus, der einen so großen Teil der heutigen Psychiatrie kennzeichnet." - Psychiatric Times

"Dem Autor ist es gelungen, das Wissen unterschiedlicher Disziplin über interpersonales Erleben, Prozesse des menschlichen Geistes und Neurobiologie zu einer konzeptuellen Grundlage für eine >interpersonale Neurobiologie< des sich entwickelnden Geistes zu integrieren. ... Kein anderes Buch hat sich mit dieser Thematik bisher so umfassend beschäftigt, und es wird sich ganz sicher für alle, die über neurophysiologisches Wissen verfügen und entsprechend interessiert sind, als wertvolle Ressource erweisen, und auch für viele, die im Bereich der Psychiatrie, Neuropsychologie, Entwicklungspsychologie und Kognitionswissenschaft arbeiten, von großem Interesse sein." - Readings

"In diesem außergewöhnlichen Buch gelingt es Siegel, auf kreative Weise aktuellste Erkenntnisse über emotionale Entwicklung, Neurobiologie, Kognitionswissenschaft, Bindungsforschung und Komplexitätstheorie zu integrieren. Das daraus resultierende Modell beschreibt plausibel, wie die entstehende Gehirn-Geist-Einheit sich im Kontext einer emotionalen Beziehung zu (einer) anderen Gehirn-Geist-Einheit(en) organisiert. Die hochaktuelle Darstellung sollte Pflichtlektüre für Kliniker, Forscher und alle anderen sein, die sich für eines der grundlegenden Probleme der Wissenschaft interessieren - für die psychobiologischen Ursprünge des menschlichen Geistes." - Allan N. Schore, PhD, School of Medicine, University of California, Los Angeles

"Siegels brillante Zusammenfassung neuester Erkenntnisse der kognitiven Neurowissenschaft und der Bindungstheorie eröffnet dem Familientherapeuten eine hochinteressante Möglichkeit, die Ursprünge unseres Verhaltens in Beziehungen zu verstehen. Wenn ich über die in seinem Buch präsentierten Ideen in meiner klinischen Praxis mit Familien, Paaren und im Unterricht mit Studenten spreche, reagieren sie stets überwältigend positiv. Siegel hilft uns, die Mysterien des Erlebens, mit denen wir alle ringen, zu verstehen." - Gillian Walker, MSW, Senior Faculty, Ackerman Institute for the Family, New York

"Wissenschaftler, die den menschlichen Geist erforschen, leben heute in einer äußerst aufregenden Zeit, die aber auch demütig macht. Je mehr Wissen wir über das Gehirn sammeln, um so klarer erkennen wir die Einseitigkeit unserer bisherigen abstrakten Modelle des Geisteslebens. Indem sich die Neuropsychologie darauf konzentrierte, was ein einziger Kopf wahrnehmen, denken und lernen kann, übersah sie unsere angeborene Fähigkeit, die Gefühle anderer zu imitieren, sie uns vorzustellen und mit ihnen zu sympathisieren. Dieses klare und freimütige Buch vermittelt ein neuartiges Verständnis dessen, wie kommunizierte Emotionen das Wachstum der Gehirnschaltkreise und die Konsolidierung kognitiver Systeme beeinflussen. Siegel zeigt ein beeindruckendes Verständnis dessen, wie das Gehirn nach aktuellem Erkenntnisstand weiß und erinnert, weiterhin eine tiefe Sensibilität für die Freuden und Leiden menschlicher Beziehungen sowie den erklärten Willen eines Kinderpsychiaters, die Kluft zwischen wissenschaftlichem und klinischem Wissen zu überbrücken. Das vorliegende Buch ist für Kliniker und all jene von Interesse, die sich über den Entwicklungsstand der neuen (natürlicheren) Naturwissenschaft des kommunizierenden Geistes informieren wollen." - Colwyn Trevarthen, PhD, Department of Psychology, University of Edinburgh, UK

"Brillant! ... Man sollte dieses Buch nicht in einem Zug lesen, sondern es wie einen zwanzig Jahre alten Port Schluck für Schluck genießen. ... Es ist nicht nur für schlaue Medizinstudenten in der Facharztausbildung wichtig, sondern für Kinderpsychiater jeden Alters, überarbeitet und unterbezahlt, wie sie nun einmal sind. Es gewährt uns einen Ausblick auf bislang ungekannte Horizonte und könnte sich als Vorbote eines neugeborenen kinderpsychiatrischen Archetypus zu Beginn des neuen Jahrtausends erweisen." - The Canadian Child Psychiatry Review

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Autoren Information

Daniel J. Siegel, Medizinstudium an der Harvard University, Postgraduate-Studien an der UCLA in Kinderheilkunde, allgemeiner Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zur Zeit wirkt er als Associate Clinical Professor der Psychiatrie an der UCLA School of Medicine. Aufgrund seines integrativen entwicklungsorientierten Ansatzes wird er weltweit zu Vorträgen eingeladen.

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