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Hrsg.: Hagehülsmann, Heinrich
Beratung zu professionellem Wachstum
Die Kunst transaktionsanalytischer Beratung. Vielfalt in Theorie & Praxis Bd. 1
1. Auflage, 2007.04.03
368 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-654-X
ISBN 13: 978-3-87387-654-5
36,00 EUR
Beratung ist keine Erfindung der Neuzeit. Neu ist die kaum überschaubare Menge der Beratungsanlässe und -felder. Ob Beratungsprozesse ge- oder misslingen, hängt von vielen Einflussfaktoren, wie z.B. den Ressourcen des Ratsuchenden, der Kompetenz der Beratungsperson oder der Beziehung beider zueinander, ab. Beratung in gelingender Form ist jedoch immer auch Kunst. Die Kunst ihres professionellen Handelns mit (anderen) zu teilen, ist das Anliegen von namhaften Autorinnen und Autoren dieses Handbuchs, dessen erster Band auf die Vielfalt ihrer Anwendung in Sozialarbeit, Schule, Konfliktmanagement, Team- und Organisationsentwicklung fokussiert. Neben der Fülle der Themen und Anwendungsfelder besticht der hohe Transferwert der Praxisorientierung, der das Werk als Anregung und als Vergewisserung für das eigene Handeln sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene nützlich macht. Herausgeber ist der wegen der hohen Praxisorientierung seiner Bücher bekannte Psychotherapeut und Organisationsberater Dr. Heinrich Hagehülsmann.
Heinrich und Ute Hagehülsmann, Hilde Anderegg:
Transaktionsanalytische Beratung - Theorie, Methode und Praxis
Uwe H. Schulz-Wallenwein:
Die transaktionsanalytische Beratung in der Sozialen Arbeit
Doris Burke:
Beratung im Kontext sozialer Arbeit mit unfreiwilliger Klientel
Hanne Raeck:
Beratung in der Schule
Birgitt Wiarda:
"Verantwortung und Grenzen" - ein Wochenend-Seminar für Frauen; Seminare als spezielle Form von Beratung
Günther Mohr:
Interne Beratung im Unternehmen
Hans Brunner:
Beratung im Kontext von Nonprofit-Organisationen
Ute und Heinrich Hagehülsmann:
Prozessberatung in Organisationen
Werner Vogelauer:
Transaktionsanalyse im Coaching-Einsatz
Uta Höhl-Spenceley:
Konfliktberatung in Teams - vom Gegeneinander zum Miteinander
Peter Rudolph:
Im Zentrum des Sturms. Der Moment als Schnittstelle - Beratung und Gesellschaft
Renate Raschen:
Spiel, Kunst, Kreativität und die transaktionsanalytische Beratung: Perspektiven und Wechselwirkungen einer anregenden Partnerschaft
Hilde Anderegg:
Liebeserklärung an eine Profession. Oder: Was mich als beratende Transaktionsanalytikerin ausmacht
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Beratung ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon seit den Anfängen der Menschheit beraten Menschen (mit-)einander, ob und wie entstehende Probleme zu lösen sind. Ob es um Fragen der richtigen Fangmethode als Jäger und Fallensteller oder um Fragen der Bodenkultur als Ackerbauer und Viehzüchter in den Anfängen unserer Menschheitsgeschichte, um Fragen adäquater Ausbildung und Erziehung oder gar um Fragen der inneren und äußeren Sicherheit für unsere Gesellschaft heute ging und geht, immer wieder und immer noch bereden und beraten Menschen miteinander, was richtig, zweckmäßig, wünschenswert oder abzulehnen ist. Oder sie fragen andere Personen um Rat und Beistand, die sie im Hinblick auf das zu lösende Problem für erfahren und ansprechbar halten.
Kurzum: Beratung war und ist eine zielgerichtete Form der zwischenmenschlichen Unterstützung und Hilfestellung bei der Bewältigung von Lebensanforderungen. Sie wird ebenso oft als selbstverständliche Leistung von erfahrenen Mitmenschen geschenkt wie von eigens dafür geschulten Experten, die sich durch ihre Fach- und Prozesskompetenz auszeichnen, in Anspruch genommen. Dieses Buch will ein weites Feld psychologischer bzw. psychosozialer Beratung vorstellen, verständlich machen und zur Neugier auf spezielle Konzepte und Methoden für Beratungsprozesse einladen. Es will insbesondere die vielfältigen Aspekte transaktionsanalytischer Beratung deutlich machen.
Ob Beratungsprozesse ge- oder misslingen, hängt von vielen Einflussfaktoren, wie z.B. den Ressourcen des Ratsuchenden, der Kompetenz der Beratungsperson oder der Beziehung beider zueinander, ab. Ob und wie gut auch jeder dieser Einflussfaktoren im Beratungsprozess Beachtung findet, immer wird das in den Augen von Klient und Berater gelungene Resultat einer Beratung einen Moment des zufriedenen und beglückenden Erstaunens beinhalten, den wir als Innewerden von Kunst begreifen dürfen, als Innewerden einer gestaltenden Kraft im Prozess, die über das professionell Übliche, das zu Erwartende hinausgeht, die Können offenbart.
[...]
Als Ausdruck der methodischen Verbundenheit aller Autoren beginnt das Buch mit einem Überblicksartikel "Transaktionsanalytische Beratung", in dem neben einem kurzen geschichtlichen Abriss von Beratung vor allem jene transaktionsanalytischen Theorien, Modelle und Methoden dargestellt und erläutert werden, die trotz unterschiedlicher Anwendungsfelder von allen Beratern gemeinsam genutzt werden. Ob und wie diese grundlegenden "Schätze" für spezifische Beratungsfragen oder -felder ertragreich sind, zeigen die Einzelbeiträge.
Im vorliegenden Band reicht der Spannungsbogen der Schatzsuche von Beratung in der Sozialarbeit (Uwe Schulz-Wallenwein), was oft auch eine Arbeit mit unfreiwilliger Klientel (Doris Burke) bedeutet, über Beratung in Schule (Hanne Raeck) und Erwachsenenbildung (Birgitt Wiarda) bis zur Angebotsfülle von Beratung in Profit- und Nonprofit-Unternehmen (Günther Mohr; Hans Brunner), sei das in Form von Prozessberatung in Organisationen (Ute und Heinrich Hagehülsmann), Coaching-Einsatz (Werner Vogelauer) oder Konfliktberatung (Uta Höhl-Spenceley). Über das tiefgreifende Erleben, dass Gesellschaft im Beratungsprozess spürbar wird (Peter Rudolph), dass Spiel, Kreativität und Kunst jede Form von Beratung beflügeln können (Renate Raschen), gipfelt er in einer "Liebeserklärung an eine Profession" (Hilde Anderegg). Fürwahr eine Fülle, die zu stöbern lohnt.
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Methoden der Transaktionsanalyse
Alle Interventionen im Beratungsgeschehen orientieren sich direkt oder indirekt an der Zielvorstellung "Autonomie" und steuern ein höheres Maß an Bewusstheit sowohl für die Gefühle und Möglichkeiten des Ratsuchenden selbst als auch für andere Personen oder Handlungsalternativen an. Im Prozess der Beratung entwickelt die Ratsuchende zusammen mit der Erweiterung ihres Bezugsrahmens neue Optionen für Denken, Fühlen und Handeln. Ob die Interventionen eher kognitive und/oder emotionale Prozesse in Gang setzen, hängt vom Ziel der Beratung und vom Vertrag ebenso ab wie die Frage, ob man nach Alternativen suchend im Hier und Jetzt arbeitet oder den erfahrungsmäßigen Ursprung heutiger Einschränkungen fokussiert.
Ob und was konkret in die beraterische Tätigkeit einbezogen wird, entscheidet - wie zuvor gesagt - der Vertrag, den die ratsuchende Person mit sich selbst und der Beratungsperson im Hinblick auf das vorgestellte Ziel schließt. Verträge können zur Klärung einzelner Ziele wie gleicherweise zum Abstecken einzelner Arbeitsschritte dienen. Auch im Bereich Beratung lässt sich dabei zwischen Verträgen zu sachbezogener Problemlösung und Verträgen zur Optimierung der Eigenständigkeit (Autonomie) unterscheiden. Außerdem lassen sich Fernzielverträge (Was soll am Ende einer Beratung erreicht werden?) und Nahzielverträge (Was will der Ratsuchende in einer bestimmten Sitzung erreichen?) unterscheiden, mittels derer das Fernziel in überschaubare Arbeitsschritte aufgegliedert wird.
Manchmal wird es vor Inangriffnahme des zentralen Beratungsproblems notwendig, zum Schutz des Ratsuchenden einen sogenannten "Non-Vertrag" abzuschließen. In der Transaktionsanalyse bekannt sind der von Mary und Robert Goulding vorgeschlagene "Nicht-Suizid-Vertrag" zur Vermeidung von Suizid des Klienten, der "Nicht-Tötungsvertrag" zur Vermeidung von Gewalttätigkeit bis hin zu Mord und der "Nicht-Psychose-Vertrag" zur Vermeidung von Verrücktwerden, die in der Praxis zur Vermeidung von Symptomverschiebung oft zu einem Vertrag zusammengefasst werden. Diese Verträge, die zumeist zeitlich befristet, d.h. für einen überschaubaren Zeitraum, mit sich selbst geschlossen werden, erfordern allerdings ein gewisses Maß an von einer Erwachsenen-Haltung gesteuertem Denken und Bewusstsein, was von der Beraterin sorgfältig vor Vertragsabschluss zu "überprüfen" ist.
Dass die Beraterin in diesem Klärungsprozess hinsichtlich Zielen/Visionen, Strategien und Strukturen immer wieder auf die zuvor dargestellte Abwertungshierarchie (Existenz, Bedeutung, Lösbarkeit und persönliche Fähigkeit zur Problemlösung) zurückgreifen wird, ist transaktionsanalytische Beratungswirklichkeit. Immer ist die Vertragsarbeit zudem ein Stück beraterischen Geschehens, durch das vielen Klienten die positive und modellhaft wirkende Erfahrung vermittelt wird, selber ihre Ziele zu finden, klären und aktiv bestimmen zu können, wohin gegen sie sich im Alltag oftmals eher unbestimmt ("Ich weiß nicht, was ich eigentlich will!") und daher reaktiv handelnd erleben. Darüber hinaus erkennen und vermeiden Ratsuchende und Beratende durch diesen Zielbestimmungsprozess Zeit und arbeitsintensive Umwege. Verträge werden kurz, klar, präzise und positiv formuliert und beinhalten, welches Verhalten und oder Erleben wann und wie in Richtung welches Zieles erlernt, erworben oder verändert werden sollen. Dadurch wird der Beratungsprozess übersichtlicher und hinsichtlich dessen, was erreicht werden soll, für Ratsuchende und Beratende überprüfbar. Bei Erfüllung des Vertrages wird dieser schließlich zur Quelle positiver Verstärkung.
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Dr. Heinrich Hagehülsmann
, Diplom-Psychologe, Approbierter Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor (BDP), Coach, Trainer und Berater für Organisationen, Lehrender Transaktionsanalytiker unter Supervision. Mitbegründer des Instituts für Transaktionsanalyse in Therapie, Beratung, Weiterbildung und Supervision, zusammen mit seiner Frau Ute.
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Böhmer, Annegret;Klappenbach, Doris
Mit Humor und Eleganz
Supervision und Coaching in Organisationen und Institutionen
ISBN: 3-87387-659-0
22,00 EUR
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