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Müller, Arno;Stickel, Christian
Das Tor zur Trance
Theorie und Praxis der Hypnotherapie

1. Auflage, 2010.05.12
320 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-746-5
ISBN 13: 978-3-87387-746-7

29,90 EUR
Die Hypnose, eine in ihrem Potenzial oft unterschätzte Behandlungsmethode, kann auf schonende Art und Weise tiefgreifende therapeutisch erwünschte Wirkungen entfalten. Durch den veränderten Bewusstseinszustand der Trance eröffnet sich ein Zugang zum Unbewussten und den dort gespeicherten Informationen. Wenn wir die das Alltagsbewusstsein beherrschenden Denkprozesse stilllegen, können wir mit dem Unbewussten kommunizieren und es gezielt zur Bewältigung von Lebensproblemen einsetzen. Dieses Buch vermittelt die für eine derartige Kommunikation notwendigen Grundlagen. Schritt für Schritt zeigt es auf, wie Hypnose sich in der Praxis einsetzen lässt. Angesprochen sind vor allem in Heilberufen Tätige – Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker, die mehr wissen wollen über die Hypnose und ihre vielfältigen therapeutischen Möglichkeiten.



Inhalt

Was ist Hypnose?

Merkmale der Trance
Dissoziation
Trance als Lernprozess
Veränderung der Realitätsorientierung
Veränderung der Erfahrung von Raum und Zeit
Veränderung des Denkens
Ideodynamische Prozesse
Hypersuggestibilität
Amnesie
Muskuläre Entspannung

Stadien der Trance

Posthypnotische Suggestionen

Indikatoren der Trance

Hypnotische Sprachmuster
Kurze Sätze
Positive Formulierungen
Zeitlich offene Suggestionen
Alternativen
Allgemeinplätze
Pseudokausalität
Erklärung einer Suggestion
Suggestion als Frage
Eingebettete Fragen
Eingebettete Suggestionen
Nominalisierung
Einstreutechnik
Stellvertretertechnik/Metaphern
Doppelbindung
Zeitlicher Aspekt
Einkreistechnik
Implikationen
Anredeformen in der Suggestion
Prozessinstruktionen

Die Suggestion

Die Suggestibilität
Händeschlussverfahren
Hand- und Armlevitation

Der Rapport

Die Verwendung von Repräsentationssystemen

Therapeutische Arbeit mit ideomotorischen Signalen
Diagnostischer Fragenkatalog
Krankheits- bzw. Sekundärgewinn
Aktueller Konflikt
Kindheitstrauma
Organsprache
Prägung/Gewohnheitshaltung
Identifikation
Selbstbestrafung/Unbewusste Schuldübernahme
Entscheidung

Erweiterter Frageschlüssel

Einleitung der Hypnose

Die Vertiefung der Trance

Die Rücknahme der Trance

Andere Einleitungstechniken
Die Fixationsmethode
Die Faszinationsmethode
Eine Trance-Induktion nach M.H. Erickson
Induktion durch posthypnotische Suggestion
Nutzung früherer Trancezustände
Induktion durch Phantasien
Induktion durch Wechsel der Wahrnehmungssysteme
Die 5-4-3-2-1-Methode
Trance-Induktion durch Hand- und Armlevitation
Fraktionierte Hypnose
Induktion durch die Verwendung innerer Bilder
Pacing und Leading
Die Farbenkontrastmethode
Die Einkreisungstechnik

Hypnosetherapie

Stützende Verfahren

Systematische Desensibilisierung
Aversionstherapie
Hypnose in der rational-emotiven Therapie
Die Aufnahme heilender Energie
Symbolische Beseitigung störender subjektiver Vorgänge
Abreaktion in Trance
Materialisation der Problematik

Aufdeckende Verfahren
Revivikation mit Dissoziation von der eigenen Person
Affektbrücken
Hypnotisch induzierte Träume

Andere Formen der Aufdeckung
Symbolinterpretation in Trance
Die Körperbrücke
Symbolisierung von Problemen
Dissoziation als therapeutische Methode
Transfer innerer Ressourcen
Dialog mit dem Unbewussten durch ideomotorische Reaktionen

Arbeit mit Teilpersönlichkeiten

Indikationen und Kontraindikationen zur medizinischen Hypnosetherapie


Vorbedingungen für die praktische Durchführung einer Hypnosetherapie
Vermeidung von Fremdstörungen - Begegnung von Fremdgeräuschen
Günstige Liege-, Licht- und Raumgestaltung
Stimm- und Sprachgestaltung des Hypnosetherapeuten
Entspannungsmusik

Beispieltexte zur Hypnosebehandlung
Steigerung des Wohlbefindens
Induktion
Suggestionen
Rücknahme
Schlaffördernde Suggestionen
Stärkung des Selbstbewusstseins und des Immunsystems
Ankern eines Stärkegefühls
Veränderung und Wachstum
Arbeit mit Teilpersönlichkeiten
Indirekte Tranceinduktion mit Prozessinstruktionen
Prozessinstruktionen und Nutzung von Ressourcen
Ideomotorische Befreiung von inneren Belastungen
Aktivierung heilender Kräfte durch ideomotorische Reaktionen
Problemlösung mit Hilfe ideomotorischer Reaktionen
Verwendung der Timeline zur Aufdeckung und Ankerung von Ressourcen
Rückführungstechniken
Aufstellung der inneren Familie
Ich-stärkende Suggestionen/Das Wasser des Lebens
Quantensprung der Gedächtnisleistung
Der Gang durch den Körper, heilende Kräfte ankern
Recycling von Mentalschrott/Aufbau eines Schutzschildes

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Vorwort

Dieses Buch richtet sich an alle in den Heilberufen Tätige, vor allem an Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker, die mehr wissen wollen über die Hypnose und ihre therapeutischen Möglichkeiten. Dieses Buch will Interesse wecken für die Hypnose und Interessierten den Weg zum Hypnosetherapeuten zeigen. Hypnose muss man selbst erfahren, um ein überzeugter und überzeugender Hypnosetherapeut zu werden. Die Hypnose ist immer noch in der allgemeinen Meinung eine in ihren therapeutischen Möglichkeiten unterschätzte Behandlungsmethode, die in 15 bis 30 Sitzungen oft das Gleiche bewirken kann wie eine Psychoanalyse mit 300 bis 600 Gesprächsstunden. Ja, sie kann oft sogar schonender tiefergreifende therapeutisch erwünschte Wirkungen entfalten. Oftmals kann man mit drei bis sechs Hypnosesitzungen auch eine festgefahrene psychoanalytische Gesprächstherapie neu beleben.

Das vorliegende Buch ist in zwei große Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Teil lernen Sie die essentiellen Grundlagen der Hypnosetherapie kennen - mit allen wichtigen Techniken und Vorgehensweisen. Im zweiten Teil des Buches finden Sie konkrete Anwendungen aus der hypnotherapeutischen Praxis. Diese Transkripte und Beispielhypnosen demonstrieren Ihnen die vorher besprochenen Techniken. Zum Teil können Sie diese direkt in Ihrer therapeutischen Praxis einsetzen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg als Hypnosetherapeut und denken Sie stets daran: Es gibt nichts Spannenderes als den menschlichen Geist.

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Leseprobe

Merkmale der Trance

Vergleichen wir die Trance mit dem Wachbewusstsein, wie es für den größten Teil der Alltagserfahrungen charakteristisch ist, so zeigen sich wichtige Unterschiede in Ausrichtung und Beschaffenheit der Aufmerksamkeit. Im Wachzustand ist der Mensch mit einem Strom ständig wechselnder Reize konfrontiert, auf die sich sein Bewusstsein richtet. Der Prozess der Aufmerksamkeit unterliegt einer ständigen Veränderung. Sie wendet sich immer neuen Eindrücken zu, die meist aus der Außenwelt stammen und der Mensch ist infolgedessen oft zerstreut und nur wenig konzentriert.

In der Trance verlagert sich der Fokus der Aufmerksamkeit von außen nach innen. Externe Reize wie zum Beispiel Geräusche, Stimmen und taktile Eindrücke werden nur oberflächlich registriert oder überhaupt nicht mehr wahrgenommen, während sich das Bewusstsein auf innere Vorgänge konzentriert. Dabei wird die Aufmerksamkeit für längere Zeit auf subjektive Gegebenheiten fokussiert, was vom Individuum als Absorption erlebt wird, also Versunkenheit in dem Kontext des eigenen Erlebens.

Im Prozess der Trance-Entwicklung löst sich die Aufmerksamkeit zunehmend von den äußeren Reizen und wendet sich nach innen, wobei sie immer stärker konzentriert wird. Dies wird deutlich, wenn wir die Induktion, die Einleitung der Hypnose betrachten. Bei den meisten Trance-Induktionen wird die Aufmerksamkeit des Patienten zuerst auf ein äußeres Objekt fixiert und dann mehr und mehr nach innen gelenkt, um auf interne, subjektive Gegebenheiten zentriert zu werden. Trancen treten also immer dann in Erscheinung, wenn das Bewusstsein fokussiert ist, sich die Aufmerksamkeit von außen nach innen verlagert. Dabei treten verschiedene Grade der Absorption in das innere Erleben auf, die als unterschiedliche Tiefe der Trance interpretiert werden. Hypnotische Involviertheit lässt sich als ein Kontinuum auffassen, das von oberflächlichen Veränderungen des Bewusstseins, bei dem der Proband noch weitgehend von rationalen, an der äußeren Realität orientierten Bewusstseinsvorgängen beherrscht wird, bis zu Zuständen tiefer Versunkenheit, wo die unbewussten Prozesse mit ihren eigentümlichen Merkmalen dominieren. So können in den verschiedenen Stadien der Trance ganz unterschiedliche Prozesse des Erlebens und Verhaltens auftreten. Dabei ist es nicht möglich, eine eindeutige Zuordnung der einzelnen Phänomene zu bestimmten Graden der Trance vorzunehmen, die für alle Menschen in gleicher Weise gelten.

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Autoren Information

Prof. Dr. Arno Müller, ehemaliger Dozent für Psychologie an der FH Frankfurt, Ist Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Gesundheitsforschung und Präsident der deutschen Gesellschaft für Hypnosetherapie. Seit 35 Jahren betreibt er eine intensive Seminartätigkeit zu Hypnose und Kommunikation im In- und Ausland.

Christian Stickel studierte Allgemeine Informatik und promoviert an der TU Graz. Sein Interesse an Kommunikation brachte ihn über NLP zur medizinischen Hypnose. Als Freund und Schüler von Prof. Arno Müller lernt er diese Kunst seit 2006.

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