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Sanders, Rudolf
Beziehungsprobleme verstehen - Partnerschaft lernen
Partnerschule als Kompetenztraining

1. Auflage, 2006.06.26
288 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-635-3
ISBN 13: 978-3-87387-635-4

24,90 EUR
Wir können nichts Altes wegmachen, sondern müssen Neues "hin"machen! So lautet eine Kernaussage der neurobiologischen Forschung. Auf dieser Grundlage erklärt die Partnerschule schädigendes Beziehungsverhalten und zeigt Wege, konstruktives Miteinander zu lernen und einzuüben. Der Ansatz bewährt sich seit über 15 Jahren in der Ehe- und Familienberatung. Psychoanalytisch werden frühe Kindheitsmuster als Übertragungen im aktuellen Paar-System entschlüsselt und anschließend notwendige Beziehungskompetenzen vermittelt. Als Antwort auf Beziehungskrisen stellt das Buch ausführlich drei konkrete Verlaufsmodelle für die Arbeit mit Paaren im Gruppensetting vor. Da die Partnerschule immer auf ihre Wirksamkeit überprüft wurde, lassen sich sehr deutliche Aussagen zur Effektivität sagen. Sie ist das erfolgreiche Alternativmodell zu Trennung und Scheidung als Problemlösung - denn besser mit dem alten Partner was Neues, als mit einem neuen das Alte! Nicht nur Beraterinnen werden profitieren, sondern auch Ratsuchende, die ihren Beratungsprozeß so verstehen und nachvollziehen können.



Inhalt

Ausgangslage und Hintergründe
Menschen unserer Zeit
Gesellschaftliche Wertentwicklungen
Kinder als Leidtragende
Gesellschaftlicher Wertewandel
Männer tun sich schwer
Affektiv überhöhte Erwartungen
Die Gestaltung des Alltags konstituiert ein Paar

Die Ratsuchenden - ihre Wünsche und Erwartungen

Beziehungserfahrungen steuern unsere Gene

Von der Vorherrschaft des Mannes zum Modell der Partnerschaft zwischen Frau und Mann


Die Idee vom Paar
Autonomie und Souveränität
Rahmenbedingungen für das Gedeihen von Liebe
Partnerschaftliche Grundwerte
Abgrenzung zu anderen Ehemodellen

Störungen der Kommunikation und Interaktion
Zum Verständnis von Störungen
Lernen von Verhaltensregeln
Die Grundbedürfnisse des Menschen
Intentionen motivieren Handlungen
Störungen und ihr Eigenleben
Die Produktion von Wahrnehmung und Erinnerung
Die Bedeutung von Emotionen
Bedeutung der Emotionsveränderung für den Erfolg der Beratung

Probleme im Zusammenleben als Ausgangsbasis für Entwicklungsprozesse
Der Weg des Verstehens
Die Bedeutung von Ordnung und Chaos

Psychotherapieforschung als ein Wegweiser
Ressourcenaktivierung
Problemaktualisierung
Aktive Hilfe zur Problembewältigung

Wissenschaftliche Fundamente
Psychologische und pädagogische Vorgehensweisen
Die Bedeutung der Gruppe
Wie erwachsene Menschen lernen
Ansatzstellen beraterischen Handelns

Lernziel Beziehungskompetenz
Partnerschule in der Praxis
Diagnostik und Evaluation
Leitfaden für den ersten Kontakt - Faktensammlung
PIB - Paarinterview zur Beziehungsgeschichte - Standard für das Erstgespräch mit einem Paar
Fragebogen zur Erstdiagnostik und Evaluation
Partnerschule als Familienberatung
Die Bedeutung für die Kinder
Triple P - Beziehungstraining zu Kindern

Ehe- und Familienberatung als Gesellschaftsgestaltung

Evaluation
Evaluation von Christine Kröger
Zur Notwendigkeit evaluativer Begleitforschung im Arbeitsbereich der Ehe- und Paarberatung
Retro- und prospektive Ansätze in der Evaluation von Ehe- und Paarberatung
Wie wirksam ist die Partnerschule?

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Leseprobe

Fragt man Paare, was die Grundlagen für ihre Beziehung und ihr Zusammenleben sind, so wird man in der Regel von Glück, Liebe, Zuneigung und Vertrauen hören. Hierbei handelt es sich um gefühlsmäßige Qualitäten, deren genaue Definition in der Regel schwer fällt. Was für den einen die Liebe ist, kann für einen anderen Torheit bedeuten. Ein gesichertes Einkommen, für den einen Glück, kann wiederum für einen anderen ein Festhalten an nur scheinbaren Sicherheiten sein. Problematisch erscheint, dass heute die Ansprüche an eine Partnerschaft bezüglich dieser psychischen und affektiven Besetzungen ausgesprochen hoch geworden sind.

Die Zunahme der Scheidungen liegt wohl nicht daran, dass die Ehe ihren Sinn verloren hätte, sondern ganz im Gegenteil daran, dass sie für den Einzelnen eine zentrale emotionale Bedeutung und Wichtigkeit bekommen hat. Unter diesem Anspruch und Erwartungsdruck geschieht es leicht, dass die vermeintliche Bilanz der Liebe nicht mehr ausreicht.

Und stimmt die Bilanz mit der "Liebe" nicht mehr, wird sich ganz im Sinne einer Ex und Hopp Gesellschaft - in der es preisgünstiger ist, eine Waschmaschine oder ein Fernsehgerät neu zu kaufen, statt dies reparieren zu lassen - vom Partner getrennt. Denn mit dem neuen Mann, der neuen Frau - so die vermeintliche Hoffnung - wird ja alles anders, vor allem aber besser. Allerdings werden nicht wenige - die Scheidungszahlen bei der zweiten Ehe liegen bei 70 Prozent, bei der dritten Ehe um 80 Prozent - zu "Wiederholungstätern". Mit der realen Folge, dass in 2003 bundesweit, neben Arbeitslosigkeit, Trennung und Scheidung die häufigsten Gründe für Überschuldung und Verarmung von Familien waren. Jedes achte Kind/Jugendlicher lebte von der Sozialhilfe.

Betrachtet man also die affektiven Erwartungen der Partner an die Beziehung, so wird seit der Romantik - also seit gerade mal 200 Jahren - in zunehmendem Maße die Einheit von Ehe und Liebe, mit Liebe und Zuneigung als sinnstiftendes Moment, postuliert. Ökonomische Aspekte verloren immer mehr an Bedeutung. So hat der allgemein verbreitete Anspruch, dass nur eine affektiv befriedigende Partnerbeziehung die Grundlage eines dauerhaften Zusammenlebens sein könne, dort seine Wurzeln. Hinsichtlich der Irreversibilität der Lebenszeit und der Lebensplanung stehen solch bedeutende Systeme wie Ehe und Familie damit auf einem sehr wackeligen Fundament. So wird die Zunahme der Ehescheidungen auf die hohe psychische und affektive Besetzung der Partnerbeziehung zurückgeführt.

Ganz außer Acht gelassen wird bei der Fixierung auf Verliebtsein und Überbewertung der affektiven Befriedigung, dass wir Menschen Wesen sind, die von der Geburt bis zum Tod ihre gesamten Potenziale entwickeln wollen; dass wir als "System Ehe und Familie" in der Lage sind, zu einer immer größeren Komplexität des Miteinanders zu gelangen oder anders ausgedrückt, dass wir in uns die Fähigkeit haben, die anstehenden Probleme zu lösen und zu bewältigen. Aus diesem Reifungsprozess geht dann ein System gestärkt hervor, die Liebe zueinander wächst dadurch. Vielleicht liegt darin sogar ein wichtiger Sinn unseres Lebens?

Die Trauformel: "In guten und in schlechten Zeiten zusammenzuhalten und zueinander zu stehen", bedeutet ja nichts anderes, als zu diesem Entwicklungsprozess Ja zu sagen. Ein Prozess, der darauf angelegt ist, eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen - so der uralte Auftrag der Natur. Sich diesen Herausforderungen zu stellen bewirkt, dass man immer mehr der Mann, beziehungsweise die Frau wird, also die Persönlichkeit entwickelt, die in einem steckt und angelegt ist.

Mihaly Csikszentmihalyi, der in einer großen Anzahl von Untersuchungen der Frage nach gegangen ist, was das Glück ausmacht, sieht gerade in der Bewältigung von Herausforderungen einen zentralen Schlüssel zum Glück. Damit die Liebe frisch bleibt, muss eine Beziehung immer komplexer werden, müssen die Partner immer neue Potenziale in sich und aneinander entdecken.

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Pressestimmen

"Sander´s Buch ist eine Fundgrube mit vielfältigen, praktischen Anleitungen für Partnerübungen, themenorientierte Phantasiereisen, Trancen und kreativen Ausdrucksmöglichkeiten." - Zeitschrift der evangelischen EFL Berater

"Mit diesem Buch liegt auf dem Entwicklungsweg der Ehe- und Familienberatung eine Wegmarke vor, die einlädt und herausfordert." - Beratung Aktuell

"Das Beratungskonzept von Rudolf Sanders sehe ich als ein chancenreiches und wirksames Modell moderner Paar- und Familienberatung. [...]
Spannend bleibt für mich die Frage, wie das Konzept strukturell und ökonomisch in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung integriert werden kann, ob es im Kontext der institutionellen Beratung verwirklicht werden kann oder eher im Setting der Selbständigkeit Anwendung finden wird. Würde in der Gesellschaft das Thema >>Beziehungskompetenz<< eine solche Präsenz bekommen wie derzeit die Erziehungskompetenz in den Medien, so würde das Modell Partnerschule von Rudolf Sanders sicherlich einen ersten Platz belegen." - www.dajeb.de

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Autoren Information

Rudolf Sanders, Dr. phil., Dipl. Pädagoge, seit 1990 Leiter der Kath. Ehe- und Familienberatungsstelle Hagen & Iserlohn, Begründer des Verfahrens Partnerschule, Triple-P-Trainer, Herausgeber der Fachzeitschrift Beratung Aktuell (Junfermann), verheiratet, drei Kinder.

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Sanders, Rudolf
Beziehungsprobleme verstehen - Partnerschaft lernen
Partnerschule als Kompetenztraining

ISBN: 3-87387-635-3

22,90 EUR

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