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Matsakis, Aphrodite
Wie kann ich es nur überwinden?
Ein Handbuch für Trauma-Überlebende
Originaltitel: I can´t get over it

1. Auflage, 2004.10.01
416 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-592-6
ISBN 13: 978-3-87387-592-0

32,90 EUR
"Wie kann ich es nur überwinden?" wendet sich an die Trauma-Überlebenden selbst, erklärt ihnen das Wesen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und beschreibt den Heilungsprozeß. Das Buch wird Betroffenen helfen herauszufinden, ob Sie unter PTBS leiden und wie sie mit posttraumatischen Gefühlen wie Wut, Trauer und Schuldgefühlen fertig werden können. Sie werden lernen, verwandte Probleme wie Depression, Substanzmißbrauch, Zwangsstörungen und geringe Selbstachtung zu erkennen, "Trigger" zu identifizieren und Verletzungen zu lindern, die durch die Vorwürfe und das unsensible Verhalten anderer entstanden sind. Es geht darum, ein Gefühl der eigenen Stärke und Hoffnung auf die Zukunft wiederzuerlangen. "Matsakis schreibt lebensnah, pragmatisch-praktisch und dennoch mit viel Herz. Ihre Hinweise sind häufig direkt umsetzbar - es gibt einige Übungssequenzen -, und alles ist in einer Sprache verfaßt, die Laien genauso gut verstehen können wie Fachleute. Letztere werden ebenso von diesem Buch profitieren wie Betroffene, denn wir Profis tun gut daran, die zahlreichen Tipps dieses Buches, die guten Erläuterungen und achtsamen Hinweise sorgfältig zu lesen und von ihnen zu lernen." - aus dem Vorwort von Michaela Huber



Inhalt

Was ist PTBS? Habe ich das?
Die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung nach dem DSM-IV.
Kriterium A: Ein traumatisches Ereignis
Kriterium B: Wiedererleben des Traumas
Kriterium C: Gefühlstaubheit und Vermeidungsverhalten
Kriterium D: Symptome eines erhöhten Erregungsniveaus
Kriterium E: Dauer
Kriterium F: Ausmaß der Beeinträchtigung
Dissoziation, Somatisierung

Die Biochemie der PTBS
Biologische Veränderungen und der Heilungsprozeß
Die Rolle der Nebennieren
Depression
Substanzmißbrauch

Gefühle, Gedanken und traumatische Ereignisse
Grundsätzliches zu Gefühlen
Sich an das Trauma erinnern
Selbstbeschuldigungen und Schuldgefühle Überlebender
Selbstwertgefühl und Selbstbeschuldigungen
Gegenmaßnahmen gegen die Tendenz zur Selbstbeschuldigung

Die drei Phasen der Entwicklung zum Opfer
Phase 1: Die Zerstörung grundlegender Überzeugungen
Phase 2: Sekundäre Verletzungen
Phase 3: Opferdenken

Weshalb verhalte ich mich so? - Trigger
Identifizieren Sie Ihre Trigger
Vom Umgang mit Triggern und Triggersituationen
Entspannungstechniken
Positive Selbstgespräche (Selbstinstruktion)

DER HEILUNGSPROZESS
Heilung ist ein nichtlinearer Prozeß
Sicherheit als Voraussetzung
Die Stärke der Überlebenden
Woran erkenne ich, daß ich geheilt bin?

Phase 1: Wiedererinnern des Traumas
Probleme bei der Aufdeckung des Traumas
Hilfsmittel, die das Erinnern fördern
Mentale Rekonstruktion des Traumas

Phase 2: Gefühle spüren
Weshalb Gefühle notwendig sind
PTBS - Wut, Trauer oder Hilflosigkeit?

Fortsetzung Phase 2: Mit Wut leben
Das Problem der Wut
Ihre Wut auf sich selbst: Noch einmal Selbstbeschuldigungen und Schuldgefühle Überlebender
Wut auf andere
Über den Umgang mit Wut

Fortsetzung Phase 2: Trauer und Kummer verstehen
Die Wohltaten des Trauerns
Der Prozeß des Trauerns
Strategien für den Umgang mit Trauer

Phase 3: Zur eigenen Macht zurückgelangen
Würdigen Sie Ihre Fortschritte
Selbstfürsorge und Sicherheit
Vermeiden Sie, erneut zum Opfer zu werden
Wie Sie Rage und Rachegefühle in den Griff bekommen
Auf einen Ausgleich hinarbeiten
Die Narben akzeptieren

Verbrechen, die Fremde an Ihnen verübt haben
Die Häufigkeit von Verbrechen
Die psychischen Nachwirkungen von Verbrechen - akute Streßreaktionen
Die Schockphase
Die Reaktions- oder Wirkungsphase
Die Zuschreibungsphase
Die Auflösungsphase

Sexuelle Gewalt
Die Häufigkeit von Vergewaltigungen
Die Märchen über Vergewaltigungen
Umgang mit den emotionalen Nachwirkungen einer Vergewaltigung

Häusliche Gewalt und sexueller Mißbrauch
Was ist Mißbrauch? - Definitionen
Die Struktur des Mißbrauchs

Der Selbstmord eines geliebten Menschen
Die emotionalen Nachwirkungen von Selbstmord: PTBS und Depression
Die zunehmende Häufigkeit von Selbstmorden
Ursachen für Selbstmord
Selbstmord und Selbstbeschuldigung

Naturkatastrophen
PTBS und die Überlebenden von Naturkatastophen
Verbreitete Reaktionen auf Naturkatastrophen

Unfälle mit Fahrzeugen
Fahrzeugunfälle als >>unvermeindliches Übel<<
Die psychischen Nachwirkungen von Fahrzeugunfällen - akute Reaktionen auf Streß
Die Schockphase
Die Reaktions- oder Wirkungsphase
Die Zuschreibungsphase
Die Auflösungsphase
Wann akute Streßreaktionen zu PTBS werden

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Vorwort

Aus dem Vorwort von Michaela Huber

Es freut mich sehr, daß der Junfermann Verlag meiner Empfehlung gefolgt ist, das vorliegende Buch von Aphrodite Matsakis auf deutsch herauszubringen. Denn so wichtig Bücher sind, die Fachleute erläutern, was ein Trauma ist und wie man Menschen, die davon genesen wollen, begleiten kann - mindestens ebenso wichtig ist es, Betroffenen selbst eine Möglichkeit zu geben, ihr So-Sein zu verstehen, damit sie Mut schöpfen und das Trauma überwinden können.

Nun stellt dieses Buch kein Selbsthilfeprogramm vor in der Art: >>Wie Sie in drei Wochen Ihre PTBS selbst heilen können<<. Sondern es lädt zur Selbstbeobachtung ein, zum Verstehen und zu den nötigen Aha-Erlebnissen, damit eine Traumatherapie ernsthaft in Erwägung gezogen und durchgestanden werden kann. Mit anderen Worten: Dieses Buch ersetzt keine Psychotherapie, sondern es bereitet sie vor und ergänzt sie auf eine - wie man heute neudeutsch sagt - psychoedukative Weise.
Matsakis beschreibt die Phasen, wie man von einem Überlebenden nach Extremstreß zu einem Dauer-Opfer werden kann. Wie man Trigger - die Auslöser für Wiedererlebens-Qualen - identifizieren und verändern kann. Sie schildert Heilung als einen nicht-linearen Prozeß, der Zeit braucht und ermutigt zum Durchhalten. Sie schildert vorsichtig, wie Erinnerungen durchgearbeitet werden können und vergißt nicht zu erwähnen, wie wichtig es ist, sich >>zu vergeben<<, daß >>es<< passiert ist. Sie schildert die emotionale Achterbahnfahrt, die viele Überlebende durchmachen, wenn sie sich dem Trauma nähern oder auf es reagieren. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Wut - die sich gegen andere oder gegen sich selbst richten kann. Und auf Trauer als immer wiederkehrendes Fünf-Phasen-Modell der Verarbeitung.

Letztlich ist ein ethischer Sinn und Zweck der Traumaarbeit die >>Ermächtigung<< des Opfers, und Matsakis beschreibt in einem wichtigen Kapitel die Ebenen, um die es da geht: Selbstfürsorglichkeit und aktives Sorgen für die eigene Sicherheit, nie wieder Opfer werden, Wut in den Griff bekommen, sich wieder finden und die Narben akzeptieren, aber vor allem: Selbstwertgefühl aufbauen.
Ein letzter Teil des Buches ist den diversen Bereichen gewidmet, in denen Traumata auftreten können: Verbrechen durch Fremde, sexuelle Gewalt, häusliche Gewalt und sexuelle Kindesmißhandlung, Selbstmord eines geliebten Menschen, Naturkatastrophen und Autounfälle. Hier finden LeserInnen spezifische Hinweise für jeweils die Trauma-Art, der sie selbst (oder ihre Angehörigen) ausgesetzt waren.

Matsakis schreibt lebensnah, pragmatisch-praktisch und dennoch mit viel Herz. Ihre Hinweise sind häufig direkt umsetzbar, es gibt einige Übungssequenzen, und alles ist in einer Sprache verfaßt, die Laien genauso gut verstehen können wie Fachleute. Letztere werden ebenso von diesem Buch profitieren wie Betroffene, denn wir Profis tun gut daran, die zahlreichen Tipps dieses Buches, die guten Erläuterungen und achtsamen Hinweise sorgfältig zu lesen und von ihnen zu lernen. Als TraumatherapeutInnen können wir nur froh sein, wenn unsere KlientInnen und PatientInnen sich von diesem Buch anregen lassen, vorsichtig, sorgfältig und integrierend mit sich und ihrer Lebenserfahrung umzugehen; das kann unsere therapeutischen Bemühungen nur unterstützen.

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Leseprobe

"Ob du PTBS hast, weißt du, wenn draußen ein wundervoller Tag ist und du nichts als Wut, Schmerz und Verzweiflung empfindest. Du weißt, daß hinter der Wut Tränen verborgen sind, aber es gelingt dir einfach nicht, zu ihnen vorzudringen. Es ist, als läge in deinem Herzen ein Stein, der dich niederdrückt und tötet, den du jedoch nicht bewegen kannst. Du mußt deine ganze Kraft aufbieten, um dich zivilisiert verhalten zu können und nicht auf andere Menschen >>loszugehen<<. Deshalb verbirgst du viel und täuscht alles mögliche vor. Selbst wenn du dich mit Drogen oder Alkohol oder Essen zu beruhigen versuchst, verbirgst du noch eine Menge und leidest weiterhin unter Schmerzen." - Lisa, eine Inzest-Überlebende

Lisa ist eine Trauma-Überlebende, eine der vielen Menschen in diesem Land, die zur Zeit unter einem Problem leiden, das Posttraumatische Belastungsstörung oder PTBS genannt wird. PTBS-Symptome treten bei schätzungsweise 8 bis 9 Prozent der (amerikanischen) Bevölkerung auf (Wolfe 1989, Greene 1994). Neuere Untersuchungen (Greene 1994, Figley 1995) haben ergeben, daß PTBS sich bei durchschnittlich 25 Prozent der Menschen entwickelt, die traumatischen Stressoren ausgesetzt sind:
- bei 2 Prozent derjenigen, die irgendeine Form von Unfall miterleben;
- bei 25 bis 33 Prozent derjenigen, die eine Katastrophe miterleben, von der viele Menschen betroffen sind;
- bei 25 Prozent derjenigen, die Trauer traumatischen Ausmaßes erleben;
- bei 25 Prozent der Vietnam-Veteranen;
- bei 65 Prozent aller Menschen, die einen nicht aus sexuellen Motiven verübten Überfall erleben;
- bei 84 Prozent der aufgrund häulicher Gewalt in Schutzhäusern lebenden Frauen;
- bei 35 Prozent aller Vergewaltigungsopfer.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Verbrechen und der weiterhin hohen Zahl der Fälle häuslicher Gewalt, der vielen Kriege und Naturkatastrophen sowie der hohen Zahl von Autounfällen, Arbeitsunfällen und technologisch bedingten Unfällen ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die Zahl unter PTBS leidender Menschen weiter steigt.

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Pressestimmen

"Das Buch von Aphrodite Matsakis ist wichtig. Es hilft Betroffenen ihre Symptome zu sortieren, einzuordnen und mögliche Veränderungen durch therapeutische Hilfe einzuleiten. Die Zusammenhänge von Trauma und Symptomen müssen erst hergestellt werden, bevor das >>Unbegreifliche<< begreifbar wird. Das geschieht durch konkrete Informationen, die leicht verständlich niedergeschrieben wurden. Viele Fragen werden gestellt und Techniken vorgeschlagen, die Ihren therapeutischen Prozeß begleiten können. Im Anhang werden Internetadressen von Psychotraumainstituten aufgelistet, an die sich Betroffene wenden können. Durch ausführliche Beschreibungen, anschauliche Fallbeispiele und eine übersichtliche Gestaltung, bietet das Buch eine grundlegende Leseerfahrung, mit vielen hilfreichen Ansätzen, zum Verständnis der posttraumatischen Belastungsstörungen." - Persona: Zeitschrift über Depersonalisation, Dissoziation und Trauma

"Vorrangig empfohlen." - ekz-Informationsdienst

"Obwohl viele Trauma-Überlebende glauben, sie "könnten es nicht überwinden", wird die Arbeit mit diesem Buch in Verbindung mit einer geeigneten Therapie ihnen auf Ihrem Weg zur Heilung sicherlich von Nutzen sein." - Mary Beth Williams

"Für Trauma-Überlebende und für Therapeuten, die traumatisierte Patienten behandeln, hat Frau Dr. Matsakis eines der informativsten und sensibelsten Bücher über die Überwindung von Traumatisierungen geschrieben. - Yigal Ben-Haim

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Autoren Information

Aphrodite Matsakis ist klinische Koordinatorin eines Betreuungszentrums für Vietnam-Veteranen in Silver Springs, Maryland. Außerdem arbeitet Sie in einer psychotherapeutischen Privatpraxis, in der sie sich auf die Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen und sexuellem Mißbrauch von Kindern spezialisiert hat

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Matsakis, Aphrodite
Wie kann ich es nur überwinden?
Ein Handbuch für Trauma-Überlebende

ISBN: 3-87387-592-6

32,90 EUR
Huber, Michaela
Trauma und die Folgen
Trauma und Traumabehandlung, Teil 1

ISBN: 3-87387-510-1

26,90 EUR
Huber, Michaela
Der innere Garten
Ein achtsamer Weg zur persönlichen Veränderung. Mit CD

ISBN: 3-87387-582-9

17,90 EUR

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