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Mol, Justine
Aufwachsen in Vertrauen
Erziehen ohne Strafe und Belohnungen. Gewaltfrei miteinander leben
Originaltitel:
Opgroeien in vertrouwen
2. Auflage, 2011.08.03
112 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-689-2
ISBN 13: 978-3-87387-689-7
9,95 EUR
Können wir Kinder erziehen und ihnen Grenzen setzen, ohne sie zu bestrafen oder zu belohnen? Ja, das ist möglich. Belohnen und Bestrafen sind Formen der Manipulation. Das ist der Ausgangspunkt dieses Buches. Indem wir ein Kind mit einem Bonbon belohnen, wollen wir erreichen, dass es sich nächstes Mal "gut" benimmt. Wir erreichen damit jedoch lediglich, dass das Kind sich so verhält, um Bonbons zu bekommen, und nicht aus einer inneren Motivation heraus. Wenn wir statt zu belohnen unsere Wertschätzung ausdrücken, dem Kind Interesse entgegenbringen und es anregen, kann diese innere Motivation wieder entstehen. Dieses Buch möge allen, die Umgang mit Kindern haben, eine Inspiration sein. Anhand vieler Beispiele wird ausführlich beschreiben, welche Alternativen es zum Erziehen durch Strafen und Belohnen gibt. Am Ende eines jeden Kapitels finden sich Übungen.
Warum nicht bestrafen und belohnen?
Aufmerksamkeit
Grundbedürfnisse
Die angeborene Moralität von Kindern
Regeln und Vereinbarungen
Gibt es "richtig" und "falsch"?
Demokratische Disziplin
Gründe, das zu tun, worum man gebeten wird
Das "Ja" im "Nein" des Kindes hören
Zuerst für mich selbst sorgen
Alternativen zum Bestrafen und Belohnen - Eine systemische Darstellung
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Bestrafen und Belohnen sind meiner Meinung nach Formen der Manipulation. Auch strafende und lobende verbale Äußerungen rechne ich dieser Kategorie zu. Sie können Kinder bestrafen, indem Sie sie schlagen, sie einsperren oder ihnen etwas Grundlegendes wie Schlaf oder Nahrung vorenthalten. Zurechtweisungen, herabsetzende Bemerkungen und Drohungen haben die gleiche Wirkung. Kinder haben Angst vor solchen Maßnahmen und versuchen, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, indem sie tun, was Sie von ihnen verlangen. Stehen Belohnungen in Aussicht, etwa in Form von Stickern, Süßigkeiten, Geld oder Geschenken, tun Kinder, was Sie sagen, weil sie diese bekommen wollen. Das gleiche gilt für lobende Äußerungen wie "sehr gut" oder "Das hast du gut gemacht". "Gut" und "richtig" sind ebenso Urteile wie "schlecht" und "falsch". Wenn Sie einem Kind sagen, daß Sie seine Zeichnung schön finden, freut es sich. Wenn Sie zu erkennen geben, daß Ihnen die Zeichnung nicht gefällt, findet das Kind sie auch nicht mehr schön. Folglich werden Kinder durch Loben ebenso abhängig von Ihnen wie durch eine konkrete materielle Belohnung.
Ich nenne das Manipulation, weil Sie ein Kind, indem Sie es loben oder belohnen, nach Ihren Wünschen formen. Ein Kind ist jedoch kein Tonklumpen, den Sie kneten können, bis er Ihrem Ideal entspricht. Durch Bestrafen oder Ignorieren des Schlechten und durch Loben oder Belohnen des Guten versuchen Sie, Kinder zu einem bestimmten Ihnen genehmen Verhalten zu bewegen. Ein Kind begreift das schnell und folgert möglicherweise daraus, daß Sie es nur lieben, wenn es tut, was Sie sagen - daß Ihre Liebe zu ihm also an bestimmte Bedingungen geknüpft ist.
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Justine Mol
, geb. 1949, schreibt, ist Trainerin und gibt Coachings im Geist der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Sie stammt aus einer katholischen Familie mit zehn Kindern und hat selbst drei Kinder aufgezogen. Im Jahre 1999 lernte sie die Gewaltfreie Kommunikation kennen.
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