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Greenberg, Leslie S.;Rice, Laura N.;Elliott, Robert
Emotionale Veränderung fördern
Grundlagen einer prozess- und erlebensorientierten Therapie
Originaltitel: Facilitating Emotional Change

1. Auflage, 2003.07.03
432 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-503-9
ISBN 13: 978-3-87387-503-6

39,90 EUR
Emotionen werden häufig negativ beurteilt. So heißt es z.B., jemand reagiere zu emotional oder müsse lernen, seine Emotionen besser zu kontrollieren. Im Gegensatz hierzu vertreten die Autoren die Auffassung, daß Emotionen ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses sind, durch den Veränderungen und Problemlösungen herbei geführt werden können. Sie zeigen, wie durch den Schritt-für-Schritt-Prozeß Bedeutungsveränderungen erzielt werden, wodurch zahlreiche psychische Probleme gelöst werden können. Am Beispiel von Behandlungstranskripten werden allgemeine theoretische Prinzipien erläutert und sechs Methoden der Intervention ausführlich beschrieben. "Unsere Auffassung von Emotionen ist wesentlich, um unseren Ansatz zu verstehen. Wir halten es für ein wichtiges Therapieziel, daß Menschen ihre Bedürfnisse und ihre Gefühle zu äußern lernen, weil sie hierdurch Zugang zu dem erlangen, was für sie emotional von Bedeutung ist. Für uns sind Emotionen keine Synonyme für starke Erregung oder eine stark erregte Ausdrucksweise. Wir sehen sie auch nicht als störende Kognition oder störendes Verhalten. Wir gehen vielmehr davon aus, daß Emotionen ein organisiertes, bedeutungsvolles und grundsätzliches anpassungsfähiges System von Handlungen darstellen." (Aus dem Vorwort)



Inhalt

Ein prozeßfördernder Ansatz psychotherapeutischer Arbeit

Perspektiven menschlicher Funktionsweise

Auf dem Weg zu einer erlebensorientierten Theorie menschlicher Funktionsweise
Wie Schemata wirken
Schemagebundene emotionale Erinnerung
Die Wachstumstendenz

Dysfunktion
Probleme, die beim Generieren emotionaler Bedeutung auftreten
Schemabasierte Dysfunktion
Die Entstehung dysfunktionaler Schemata
Die vielen Facetten der Dysfunktion
Warum emotionale Schemata sich nicht verändern

Behandlungsprinzipien für einen prozeß- und erlebensfördernden Therapieansatz
Prinzip 1: Empathische Einstimmung: Die Herstellung von Kontakt zum inneren Bezugsrahmen des Klienten und empathische Einstimmung in seine Situation
Prinzip 2: Therapeutische Bindung: Kommunizieren von Empathie in einer von Echtheit und Wertschätzung geprägten Beziehung
Prinzip 3: Gemeinsame Arbeit an Aufgaben: Förderung des gemeinsamen Engagements für die Ziele und Aufgaben, an denen in der Therapie gearbeitet werden soll
Prinzip 4: Erlebensorientierte Verarbeitung: Förderung der jeweils optimal geeigneten Verarbeitungsaktivitäten
Prinzip 5: Wachstum und Entscheidungsfähigkeit: Förderung des Wachstums und der Selbstbestimmtheit des Klienten
Prinzip 6: Lösen von Aufgaben - Unterstützung von Bemühungen um die Lösung spezifischer Therapieaufgaben


Was der Therapeut tut: Reaktionsabsichten und Reaktionsweisen einer erlebensorientierten Therapie

Systemische evozierende Erschließung bei einem Marker für eine problematische Reaktion
Interventionsmöglichkeiten: Der Marker für problematische Reaktionen des Klienten auf dem Weg zur Auflösung
Die Funktionen des Therapeuten in den verschiedenen Phasen des Modells

Erlebensorientiertes Focusing bei einem unklaren inneren Empfinden
Die >>Focusing-Haltung<<
Interventionsmöglichkeiten bei unklarem innerem Empfinden
Der Prozeß der Auflösung
Haltung und Operationen des Therapeuten beim Focusing

Zwei-Stuhl-Dialog und Spaltungen
Interventionsmöglichkeiten: Konfliktspaltungs-Marker
Wie kommt es zur Veränderung?

Zwei-Stuhl-Inszenierung bei selbstunterbrechenden Spaltungen
Interventionsmöglichkeiten: Der Marker
Zuweisen einer Unterbrechung

Arbeit mit dem leeren Stuhl und Unerledigtes
Interventionsmöglichkeiten: Marker für Unerledigtes

Empathische Bestätigung bei Auftauchen eines Markers für extreme Verletzlichkeit
Interventionsmöglichkeiten: Marker für Verletzlichkeit

Die Anwendung des Prozeß-Erlebens-Ansatzes
Auswahl der Klienten und Fragen der Geeignetheit des Ansatzes
Behandlungsparameter
Die Gewichtung der Bestandteile einer Behandlung
Schwierigkeiten und Dilemmas
Die Ausbildung von Therapeuten in der Anwendung des Prozeß-Erlebens-Ansatzes
Beispiele für die Arbeit nach dem Prozeß-Erlebens-Ansatz

Der Prozeß-Erlebens-Ansatz: Ein Überblick - Forschung, Theorie und Ausblick in die Zukunft
Eine empirische Perspektive
Eine integrative theoretische Sicht: Ein allgemeines Modell des Veränderungsprozesses

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Vorwort

Dieses Buch ist das Resultat unserer in langjähriger Tätigkeit als Kliniker und Forscher gesammelten Erfahrungen und ein Versuch, unser implizites Verständnis des Zustandekommens von Veränderungen in einer Therapie zu skizzieren. Im Vordergrund unserer Bemühungen um Veränderungen steht die Förderung des emotionalen Prozesses. Daß wir dem Augenblick für Augenblick stattfindenden Erlebensprozeß und dem jeweils nächsten Schritt besondere Bedeutung beimessen, unterscheidet unsere Vorgehensweise von vielen anderen Therapieansätzen. Statt uns auf bestimmte psychische Inhalte zu konzentrieren oder Eduktions- und Modifikationstechniken zu benutzen, halten wir es für vorrangig, den in jedem Augenblick stattfindenden affektiv-kognitiven Prozeß des Klienten zu fördern, um Bedeutungen zu verändern. Entscheidend für unsere therapeutische Tätigkeit sind die Details des Erlebens und des Ausdrucks unserer Klienten in jedem einzelnen Augenblick. Uns geht es ausschließlich darum, den Prozeß und seinen jeweils nächsten Schritt zu fördern, also nicht darum, sich wiederholende dysfunktionale Muster zu verstehen oder vorab geplante Verhaltensveränderungen zu erreichen. Nach unserer Auffassung sind Therapeuten Experten darin, wie bestimmte Arten der Erforschung von Erleben unterstützt werden können, also nicht so sehr darin, vorauszusagen, was Klienten erleben.

Unser Ansatz verbindet eine >>organismische<< Sicht menschlicher Funktionsweise (human functioning), die bestimmte angeborene, auf biologischen Tatsachen basierende Aspekte hervorhebt, mit einer >>prozeß-strukturellen<< Sicht, die betont, wie funktionelle mentale Strukturen sich auf die Verarbeitungsfähigkeit auswirken. In unserem Bemühen, Veränderung zu erklären, heben wir die biologische Rolle sowohl der entwicklungsbasierten Aspekte der Emotion als auch das Bestreben des Organismus, zu wachsen und sich zu entwickeln, hervor; außerdem messen wir inneren kognitiv-affektiven Strukturen (Schemata) und Prozessen (dem aufmerksamen Verfolgen (attending) und Symbolisieren von Erleben und der Reflexion darüber) bei der in jedem Augenblick stattfindenden Entstehung von Erleben und Verhalten besondere Bedeutung bei.

Entscheidend für das Verhältnis unseres Ansatzes ist unsere Sicht der Emotionen. Ein wichtiges Ziel jeder Therapie ist nach unserer Auffassung, Menschen zu helfen, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu artikulieren, denn dadurch wird ihnen klar, was für sie emotional wichtig ist. Ein zentraler Aspekt der Therapie ist, sich über die impliziten emotionalen Schemata klarzuwerden, die Erfahrung und Handeln entscheidend beeinflussen. Unserer Sicht gemäß sind Emotionen nicht gleichbedeutend mit einem erhöhten Erregungszustand oder mit intensivem Ausdruck; ebensowenig sehen wir sie als einen Kognition oder Verhalten störenden Faktor; und wir verstehen sie auch nicht als bloße innere Empfindungen. Vielmehr sehen wir Emotionen als ein organisiertes, bedeutungsvolles und generell adaptives Handlungssystem. Die biologisch Funktion von Emotionen besteht darin, Überleben und Fortpflanzung des Organismus zu sichern, indem sie Feedback über Reaktionen auf Situationen liefern und so die Anpassung und die Lösung von Problemen unterstützen. In unserer westlichen Kultur werden Emotionen jedoch allgemein in einem negativen Licht gesehen. Man empfindet sie als störend, und häufig werden Menschen als >>zu emotional<< bezeichnet, und man sagt, sie müßten lernen, >>ihre Emotionen unter Kontrolle zu bringen<<. Viele Menschen schämen sich, wenn sie zuviel Gefühl zeigen, und sie glauben, >>emotional zu werden<< sei ein Ausdruck von Unreife.

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Pressestimmen

"Insgesamt ist es ein ideales Buch für GestalttherapeutInnen, die nach einer Sprache suchen, die präzise beschreibt, was sie als GestalttherapeutInnen tun und warum. Und damit ist es auch ein Buch für all diejenigen, die auf die Frage: >>Was ist denn eigentlich Gestalttherapie?<< nicht mehr antworten wollen: Gestalttherapie kann man nicht beschreiben, Gestalttherapie muss man erleben." - Gestalttherapie, Forum für Gestaltperspektiven

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Autoren Information

Leslie S. Greenberg, Ph.D., ist Professor für Psychologie an der York University (Kanada). Er leitet dort das Psychotherapy Research Center.

Laura N. Rice, Ph.D., ist emeritierte Professorin der York University (Kanada).

Robert Elliott, Ph.D., ist Professor für Psychologie an der University of Toledo (Ohio). Er ist Herausgeber des Journal of Psychotherapy Research.

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Greenberg, Leslie S.;Rice, Laura N.;Elliott, Robert
Emotionale Veränderung fördern
Grundlagen einer prozess- und erlebensorientierten Therapie

ISBN: 3-87387-503-9

48,90 EUR

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