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Hart, Sura;Kindle Hodson, Victoria
Das respektvolle Klassenzimmer
Werkzeuge zur Förderung der Beziehungskompetenz
Originaltitel:
The No-Fault Classroom
1. Auflage, 2010.02.08
256 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-725-2
ISBN 13: 978-3-87387-725-2
22,90 EUR
Herkömmliche disziplinierende Unterrichtsmethoden tragen nur dazu bei, aggressives Verhalten vom Klassenraum auf den Spielplatz oder die Straße zu verlagern. Ist hingegen das respektvolle Klassenzimmer die methodische Grundlage, hilft dies Schülern im Alter von sieben bis zwölf Jahren, Kompetenzen für Problem- und Konfliktlösungen sowie einfühlsames Zuhören zu erwerben - Fertigkeiten, von denen sie ihr Leben lang profitieren werden. Mit mehr als 20 interaktiven und schrittweise aufgebauten Lektionen, Materialien und Textvorlagen - alles auf Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation - erhalten Pädagogen wirkungsvolle Werkzeuge für einen kooperativen und engagierten Unterricht. Die im Buch präsentierten Tools eignen sich für alle Schulformen und alle Fächer.
Den Boden für Ihr respektvolles Klassenzimmer bereiten
Gedanken über Konflikte
Wie Macht im Unterricht eingesetzt wird: zwei Formen
Welche Vision haben Sie für Ihren Unterricht?
Das Fundament für Ihr respektvolles Klassenzimmer legen
Klassenmeeting 1: Entwickeln Sie eine Unterrichtsvision
Klassenmeeting 2: Gruppenvereinbarungen fördern
Wenn Schüler eine Vereinbarung brechen
Bedürfnisse und Strategien erkennen, um sie zu erfüllen
Kraft 1: Die Kraft, zur ruhigen Wachsamkeit zu finden
Modul 1a: Dein Gefühlsthermometer
Modul 1b: Energiewechsel
Kraft 2: Die Kraft zu wissen, was man braucht
Modul 2a: Universelle Bedürfnisse
Modul 2b: Die Nummer-eins-Aktivität auf dem Planeten Erde
Kraft 3: Die Kraft, Bedürfnisse zu erfüllen
Modul 3a: Viele Wege, Bedürfnisse zu erfüllen
Modul 3b: Aus Erfolgen und Fehlern lernen
Kraft 4: Die Kraft, Gefühle zu erkennen
Modul 4a: Die Verbindung von Gefühlen und Bedürfnissen
Modul 4b: Gefühle oder Gedanken?
Kraft 5: Die Kraft des Beobachtens
Modul 5a: Beobachtung
Modul 5b: Trainiere, damit du sehen und hören kannst wie eine Videokamera
Kraft 6: Die Kraft des Zuhörens
Modul 6a: Die vier Arten des Zuhörens
Modul 6b: Auf Gefühle und Bedürfnisse hören
Kraft 7: Die Kraft, in der Problemzone zu navigieren
Modul 7a: Das Land des Schwarz-Weiß-Denkens
Modul 7b: Knack den Ärger-Code
Kraft 8: Die Kraft der Kooperation zur Lösung von Problemen und Konflikten
Modul 8a: Probleme lösen
Modul 8b: Probleme in der Gruppe lösen
Kraft 9: Die Kraft, überall eine respektvolle Zone zu schaffen
Modul 9a: Innere Verbindungskreise
Modul 9b: Äußere Verbindungskreise
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Wenn Sie den Boden für den Aufbau eines respektvollen Klassenzimmers bereiten wollen, dann gehört auch eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Realität dazu - Ihrer Unterrichtsmethodik und -praxis. Im Folgenden stellen wir Beispiele für Unterrichtsstile vor, die wir bei Lehrern beobachtet haben.
Bei einem
autoritären Unterrichtsstil
werden Regeln, Autorität zu respektieren und Gehorsam sehr geschätzt. Das Verhalten jener, die solche Erwartungen nicht erfüllen, wird mit Bedrohungen, Anreizen, Belohnungen, Konsequenzen und Bestrafungen unterdrückt. Betreuer und Lehrer bestimmen positive und negative Verstärker. Befehle und Forderungen sind üblich. Die Schüler lernen zu gehorchen, weil sie Angst vor den Folgen haben, wenn sie es nicht tun. Die Bedürfnisse der Schüler werden nicht gesehen. Ergebnis: Mangel an Respekt, Widerstand, Rückzug, Rebellion und Konflikte sind im Unterricht an der Tagesordnung.
Als Reaktion auf autoritäre Strukturen und Methoden taucht oft der
freizügige Unterrichtsstil
auf. Hier geht es in erster Linie darum, die Bedürfnisse der Schüler nach freiem Ausdruck und Entscheidungsfreiheit zu erfüllen. Bei einem solchen freizügigen Unterrichtsstil kann es jedoch leicht geschehen, dass die Lehrer ihre eigenen Bedürfnisse unterbewerten. Am Ende, wenn die Schüler "außer Kontrolle" geraten und die Lehrer erschöpft sind, schwingt das Pendel zurück und die Lehrer nehmen Zuflucht zu einem autoritären Unterrichtsstil, um Ordnung und Gleichgewicht wieder herzustellen. Ergebnis: Dieser Stil bringt eine oszillierende Unterrichtsstruktur hervor, die oft zu Verwirrung (sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern), Widerstand, Mangel an Respekt und Abhängigkeit führt.
Der
autoritative Unterrichtsstil
lässt den Schülern innerhalb einer klaren und stabilen Struktur einige Wahlmöglichkeiten. Die Lehrer leiten und fördern das Lernen. Sie zeigen den Schülern den Weg, wie sie erfolgreich Ergebnisse erzielen können. Die Schüler lernen, dass sie teilweise ihren Erfolg im Unterricht selbst in der Hand haben. Der autoritative Stil schätzt Kontinuität und ein hohes Leistungsniveau. Die Erwachsenen formulieren ihre Erwartungen, bestimmen die Methoden und welche Konsequenzen bestimmte Handlungen nach sich ziehen. Sie legen fest, welche Möglichkeiten den Schülern angeboten werden, Unabhängigkeit zu erlernen. Betreuer und Lehrer behalten die grundsätzliche Kontrolle über Erwartungen und Regeln, Anreize und Konsequenzen. Man befasst sich mit einigen Bedürfnissen der Schüler, mit anderen nicht. Ergebnis: Es herrscht ein sanfterer Umgangston als beim autoritären Stil. Das Verhalten wird jedoch immer noch durch externe "Anreize" und "Konsequenzen" gesteuert. Schüler, die den erwarteten Leistungsstandards entsprechen, sind erfolgreich.
Ein
beziehungsorientierter Unterrichtsstil
schätzt die Bedürfnisse von Schülern und Lehrern gleichermaßen und sucht nach Möglichkeiten, sie zu verstehen und auf sie einzugehen. Gemeinsame Entscheidungsfindung und gemeinsame Zielsetzung werden gelernt und praktiziert. Kooperation wird durch einen praktizierten beziehungsweise Dialogprozess gefördert. Die Schüler wollen kooperieren, weil sie sehen, dass ihre Beiträge geschätzt werden. Macht wird nur eingesetzt, um das zu schützen, was den Mitgliedern der Lerngemeinschaft wichtig ist. Es gibt keine Verurteilungen, Schuldzuweisungen oder Bestrafung für diejenigen, deren Verhalten die vereinbarten Werte nicht unterstützt. Immer ist man bemüht, die Bedürfnisse hinter dem Verhalten zu erkennen und auf sie einzugehen. Ergebnis: gegenseitiger Respekt, Fürsorge, echte Kooperation und die Fähigkeit, sich auf Schulaufgaben zu konzentrieren.
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"Das ausgezeichnete Konzept des ,respektvollen Klassenzimmers' könnte einen kulturellen Tsunami auslösen, setzt es doch grundlegend bei der bis heute an unseren Schulen üblichen und auf Vergleichen basierenden Identitätskultur an. Ein Muss für alle Erzieher!" -
Stephen R. Covey
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Sura Hart
war über 23 Jahre lang als Lehrerin tätig. Sie ist jetzt zertifizierte Trainerin des
Center for Nonviolent Communication
und dort für die Koordination der Schulaktivitäten in den USA zuständig. Außerdem ist sie in Costa Rica im
Peace Army Project
des CNVC tätig.
Victoria Kindle Hodson
, Studium der Pädagogik und Psychologie, hat seit über 30 Jahren in verschiedenen Schulformen gearbeitet und Seminare für Lehrer, Eltern und Schüler durchgeführt, u.a. zum Thema kommunikative Kompetenz.
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