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Huber, Michaela
Viele sein - ein Handbuch
Komplextrauma und dissoziative Identität – verstehen, verändern, behandeln
1. Auflage, 2011.07.12
528 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0cm
ISBN: 3-87387-782-1
ISBN 13: 978-3-87387-782-5
39,90 EUR
Sich durch Gewalterfahrung aufzuspalten, ist ein Phänomen, das so alt ist wie die Menschheit. Seit hundert Jahren wird auch beschrieben, wie es ist, wenn kleine Kinder, die immer wieder übermächtigen Stress durch erwachsene Menschen erleiden, „innerlich weggehen“. Manche von ihnen entwickeln eine multiple Persönlichkeit – eine traumabedingte Spaltung der Persönlichkeit, die heute „dissoziative Identität“ genannt wird. Das „Viele-Sein“ erfordert auch von den Betroffenen viel: sich ständig zurechtzufinden in einer Welt, die sich auf erschreckende Weise für sie abrupt verändert und gelegentlich völlig fremd wirkt. Aber auch professionelle Helfer kommen an ihre Grenzen, wenn sie hoch dissoziative Kinder, Jugendliche und Erwachsene verstehen wollen. Und was hilft wirklich, um aus dem „Viele-Sein“ eine koordiniertere Persönlichkeit entwickeln zu können? Moderne Ansätze des Selbstverständnisses multipler Menschen sowie beraterischer, therapeutischer und supervisorischer Methoden werden in diesem Buch ebenso diskutiert wie ein theoretisches Grundverständnis der dissoziativen Identität und ein auf Wertschätzung und achtsamer Sorgfalt basierendes Unterstützungsverhalten von Angehörigen und Professionellen. Neben einem ausführlichen Rahmentext von Michaela Huber zu Theorie und Therapie der dissoziativen Identitätsspaltung gibt es u.a. Impuls-Beiträge von Marlene Biberacher, Petra Hafele, Lydia Hantke, Claudia Igney, Luise Reddemann, Frauke Rodewald, Jacqueline Schmid, Dorothea Weinberg und Claudia Wilhelm-Gössling sowie von einigen (teils ehemaligen) multiplen Persönlichkeiten, die von innen heraus beschreiben, was ihnen geholfen hat. Außerdem enthält der Band eine ausführliche Literaturliste über interessante internationale Beiträge der letzten zehn bis 15 Jahre.
Lohnenswert von
Flora Wanders
Michaela Huber:
Intro
Teil I: Texte von Michaela Huber
1. Sind wir nicht alle multipel?
2. Gebrauchsanweisung für dieses Buch
3. Vorgespräche
4. Dissoziation
5. Seelische Erschütterungen und die Spaltung der Persönlichkeit
6. Stress, Trauma und Burnout
7. Psychotherapie: Wie fangen wir eigentlich an?
8. Einladung auf die innere Bühne
9. In Beziehungen gehen und aus Beziehungen herauskommen
10. Der Schrecken jeder Therapie: Täterkontakt!
11. Der Geist, der stets verneint: Täterintrojekte als Feinde im Innern
12. Wo bleibt das Positive? Ressourcen (wieder-)finden und verankern
13. Die Herren und Damen vom Organisierten Verbrechen
14. Aussteigen?!
15. Das Herz in die eigenen Hände nehmen
16. Stabilisieren und/oder Prozessieren? Was hilft, Traumata hinter sich zu lassen
17. Prozessieren und Integrieren
18. Und was machen die "Vielen" mit uns?
Nach-Wort von einer, die einmal Viele war
Teil II: Material der "Vielen" - über das, was ihnen geholfen hat
Im Abgrund
von Spiegel c/o Iris E.
Aschenkind
von Raphaela Behr
Schmetterlinge
von Anne
Was geholfen hat ...
von KIGA
Aufklärung
von Flora Wanders
Was meinen traumatisierten KlientInnen geholfen hat
von Barbara Sonderfeld
(Psychotherapeutin)
Was geholfen hat
von Tanja Rode
(Psychotherapeutin)
Meine/unsere inneren Strategien des Überlebens als "Viele", die noch nicht äußerlich frei sind
von S.W.
Zuflucht
von Flora Wanders
Dieser Spruch fasst gut zusammen, welche Begegnungen uns geholfen haben:
von Ceciles Leute
Was mir geholfen hat
von Lea
Aus der Mitte des Schmerzes
von Flora Wanders
Was geholfen hat
von Elyane
Was hat geholfen?
von Monika Gens
(Seelsorgerin)
Stell dir vor es ist Kult ... und keiner geht hin!
von Mina
Was geholfen hat
von A.G.
Was geholfen hat
von Babuschka
vision
von Flora Wanders
Was mir geholfen hat
von Thea
Was geholfen hat: innen, außen und in der Therapie
von Regenbogenlied
Was geholfen hat, ganz am Anfang der Therapie
von Rob
Wie Rob anderen geholfen hat
von Sabine Mascher
Was uns hilft
von Mrs. Liberty
Was geholfen hat?
von Hope
Wert Schätzung
von Flora Wanders
Was geholfen hat - Brief an die Therapeutin
von Julia Heil
tränenreich
von Flora Wanders
Schritte ins Licht
von Pauline C. Frei
Sternstunde
von Flora Wanders
Erwachsen
von Flora Wanders
Teil III: Texte der Co-Autorinnen
1. Zur Würde der Beschämten und: Von der Faszination dissoziativer Menschen (Luise Reddemann)
2. Dissoziative Kinder (Jacqueline Schmid)
3. Instinktive Täuschungsreaktionen - eine häufige Variante kindlicher Unterwerfung (Dorothea Weinberg)
4. Diagnostik dissoziativer Störungen (Frauke Rodewald)
5. Stationäre Therapie komplexer dissoziativer Störungen (Claudia Wilhelm-Gößling)
6. PatienIn, NutzerIn, MitstreiterIn? Vernetzungs- und Versorgungsstrukturen aus der Betroffenenperspektive (Claudia Igney, VIELFALT e.V.)
7. Traumaberatung in der Sozialarbeit (Marlene Biberacher)
8. Strukturierte Supervision bei Dissoziation (Petra Hafele)
9. Von Multiplen lernen (Lydia Hantke)
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Was ist das hier für ein Buch? Es ist vor allem ein Lese-Buch. Für alle, die sich mit dem Thema des traumabedingten Viele-Seins beschäftigen möchten. Es schildert, erzählt, beschreibt, erklärt, lehrt, referiert, macht anschaulich, und vor allem will es das Thema von vielen Seiten beleuchten. Das Buch hat einen Vorläufer, sozusagen einen ersten Teil. Der heißt: "Multiple Persönlichkeiten. Seelische Zersplitterung nach Gewalt", wurde von der Herausgeberin dieses Bandes allein verfasst und ist die gründlich durchgesehene Neuauflage ihres ersten Sachbuches zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum, das wiederum 1995 zum ersten Mal erschien – damals im Fischer Taschenbuch Verlag. Dieser Band hier ist also eine Fortsetzung des ersten Buches. Es baut auf dessen Inhalt auf – daher empfiehlt es sich, den anderen Band auch zu lesen! – und beschäftigt sich damit, was seit Erscheinen des ersten Bandes, also seit 1995 an Gedanken, Theorien, Erkenntnissen und vor allem an sehr praktischen Erfahrungen in der Arbeit mit den "Vielen" hinzugekommen ist.
Die Autorin des ersten und Herausgeberin des hier vorliegenden zweiten Bandes hat inzwischen weitere Bücher zum Thema Trauma und die Folgen veröffentlicht. In diesem Buch beschreibt sie, was sie in mehreren Jahrzehnten an Erfahrungen auf dem Gebiet der dissoziativen Störungen, besonders bei multiplen Persönlichkeiten, gesammelt hat, was sie erstaunt, was sie ärgert und was sie freut. Nach dem Motto: "Je mehr ich weiß, desto weniger bin ich mir sicher", erlaubt sie sich einen persönlichen Blick auf das Thema. Sie muss in ihrem zarten Alter von fast 60 Jahren keine Rücksichten mehr nehmen, muss sich also z.?B. nicht nach den Regeln der Wissenschaftspublikation richten. Außerdem schlägt in ihr, der Psychotherapeutin, Supervisorin und Ausbilderin in Traumabehandlung und langjährigen Sprecherin einer Traumaforschungs-Gesellschaft noch das Herz der früheren Wissenschafts-Journalistin. Daher erlaubt sie sich einen an manchen Stellen für Fachleute vielleicht ungewöhnlichen Zugang zum Thema. Sie macht auch hier, was ihr Lese- und Vortrags-Publikum an ihr offenbar schätzt: Wissenschaftliches und Persönliches, Mikro- und Makroebene, Strenges und Heiteres, Anrührendes und Nüchternes, harte Wahrheiten und Gedichte miteinander zu kombinieren. Nicht als l’art pour l’art, sondern um einen Raum entstehen zu lassen, der Nach-Denken erlaubt.
Sie hat für dieses Buch selbst etwa die Hälfte der Texte beigesteuert. Die andere Hälfte stammt von Kolleginnen. Sie hat diejenigen um Beiträge gebeten, die ihrer Ansicht nach originell denken und innovativ handeln können. Und alle Angesprochenen hatten erkennbar Freude daran, ihre Gedanken und Erkenntnisse für diesen Band zu Papier zu bringen. Für ihre Mühe hat die Herausgeberin ihren Co-Autorinnen neben ein paar Belegexemplaren jeweils nichts versprochen außer ein luxuriöses Abendessen mit ihr; ganz uneigennützig sozusagen. Umso dankbarer ist sie für die sorgfältige Arbeit, die alle Autorinnen in ihre Texte investiert haben. Die meisten haben sogar mehrere Entwürfe verfasst und mit der Herausgeberin diskutiert, bis die Endfassung feststand.
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Michaela Huber
, Jahrgang 1952, ist psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin und Ausbilderin in Traumabehandlung. Sie ist seit deren Gründung 1. Vorsitzende der
Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation
und Mitbegründerin des
Zentrums für Psychotraumatologie
in Kassel. 2008 erhielt sie für ihren Einsatz für traumatisierte Menschen das Bundesverdienstkreuz.
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